Gerd Hortmann holt sich mit seiner Krippe ein Stück echten Böhmerwald nach Hause

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Für den Aufbau seiner Krippe braucht Gerd Hortmann aus Lembeck mehrere Stunden. Über die Jahre hat er viele Unikate aus Österreich und Tschechien gesammelt.

Lembeck

, 26.12.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerd Hortmann aus Lembeck hat ein Faible für Filigranes. Im Alltag kümmert sich der Friseurmeister in seinem Salon in Haltern-Lippramadorf seit mittlerweile 46 Jahren um die Haarpracht seiner Kunden. Obwohl der 70-Jährige das Rentenalter schon längst erreicht hat, ist er immer noch mit großem Eifer dabei. Mit genauso viel Leidenschaft geht er in seiner Freizeit einem speziellen Hobby nach.

„Jeder Jeck ist anders“, sagt Gerd Hortmann. Und sein Hobby sei eben seine Weihnachtskrippe. Angefangen hat alles Anfang der 80er. Da bekam er von einem älteren Herrn aus dem Böhmerwald in Oberösterreich den Grundstock für die Krippe. Heute besteht sie aus so vielen Einzelteilen, dass der Aufbau mehrere Stunden dauert.

Präsentation bei Krippenausstellung im Heimathaus

Mit viel Akribie und Liebe zum Detail hat Gerd Hortmann seine Krippe vor Kurzem auch wieder in der Backstube des Lippramsdorfer Heimathauses aufgebaut. Alle zwei Jahre findet dort eine große Krippenausstellung statt. „Die Idee dazu hatten wir vor 24 Jahren“, erzählt Maria Lensdorf vom Heimatverein. „Das ist dann sehr schnell gewachsen.“ In diesem Jahr gab es 54 verschiedene Krippen zu bestaunen.

Gerd Hortmann holt sich mit seiner Krippe ein Stück echten Böhmerwald nach Hause

Die Holzfiguren der österreichischen Krippe stammen von einem Schnitzer aus Osttirol. Das Holz im Hintergrund stammt von echten Fichten aus dem Böhmerwald in Oberösterreich. © Robert Wojtasik

Gerd Hortmanns Krippe sticht gleich ins Auge. Den Hintergrund bildet dekorativ geschnitztes, echtes Fichtenholz aus dem Böhmerwald in Oberösterreich. Die Holzfiguren, die sich im Stall, auf echtem Moos und kleinen Wegen aus Sand tummeln, stammen von einem Schnitzer aus Osttirol. Gerd Hortmann und seine Frau machen oft Urlaub in Österreich - und fast immer bringen sie das ein oder andere Teilchen zur Erweiterung der Krippe mit. „Meine Frau war erst dagegen“, sagt Hortmann und lacht. „Nachher war sie verrückter als ich.“

Streng genommen besitzten die Hortmanns sogar zwei Krippen. Neben der großen österreichischenen Krippe gibt es da noch eine andere, deutlich kleinere, auf die der 70-Jährige aber nicht minder stolz ist. Sie besteht ausschließlich aus Unikaten.

Unikate aus Tschechien

Die Figuren aus Ton wurden von einer inzwischen verstorbenen Künstlerin aus Krumau an der Moldau in Tschechien gefertigt. „Wir haben die Figuren dort in einem kleinen Töpfergeschäft im Fenster entdeckt“, erzählt Gerd Hortmann. „Wenn wir dort Urlaub gemacht haben, sind wir dann immer da vorbei.“ Rund 40 dieser Ton-Figuren kamen so im Laufe der Zeit zusammen. Jede für sich mit einem eigenen Gesichtsausdruck.

Gerd Hortmann holt sich mit seiner Krippe ein Stück echten Böhmerwald nach Hause

Die Figuren dieser Krippe sind allesamt Unikate. Eine tschechische Künstlerin hat sie gefertigt. Mit viel Liebe zum Detail, jede Figur hat einen eigenen Gesichtsausdruck. © Robert Wojtasik

Wie viele Einzelteile er insgesamt besitzt, hat Gerd Hortmann nie gezählt. Wenn er und seine Frau über Weihnachten nicht im Urlaub sind, wird die Krippenlandschaft auch zu Hause aufgebaut. Aus Platzgründen fällt das ganze Kunstwerk dann aber rund ein Drittel kleiner aus. Dafür bleibt es dann aber auch gerne mal bis Lichtmess stehen.

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