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Bizarre Details: Frau musste „Sklavenvertrag" unterschreiben

hzTennislehrer-Prozess

Mit bizarren Details ist am Mittwoch der Prozess gegen einen Dorstener Tennislehrer fortgesetzt worden. Dabei wurde bekannt, dass eine Frau sogar einen „Sklavenvertrag" unterschrieben hat.

Dorsten/Essen

, 23.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war der bislang wohl schwerste Tag für den Angeklagten. Für Mittwoch hatten die Richter am Essener Landgericht gleich mehrere Frauen als Zeugen geladen, die der 39-Jährige zum sexuellen Missbrauch von Kindern angestiftet haben soll. Erstmals war dabei auch von einer mutmaßlichen Vergewaltigung die Rede.

Fast drei Stunden lang hielt der Tennislehrer sein Gesicht hinter einem Pullover versteckt - bis die Richter ihn baten, endlich damit aufzuhören. Was er auch tat. Die Frauen waren für den Prozess aus ganz Deutschland angereist. Eine kam sogar aus München, eine andere aus Thüringen.

„Ich habe gedacht, dass er mich liebt"

Am unangenehmsten muss dem Angeklagten aber wohl der Auftritt einer 45-jährigen Frau aus Lünen gewesen sein. Die Mutter von zwei kleinen Mädchen hatte er unter der Bezeichnung "Y Lünen Hure Handy" abgespeichtert. „Ich habe ihn über das Internet kennengelernt", sagte die Zeugin den Richtern. „Ich habe immer gedacht, er liebt mich wirklich."

Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum sie tat, was er verlangte. So hatte sie gleich zu Beginn ein Papier unterschrieben, auf dem „Sklavenvertrag" stand. „Ich musste ihm unterschreiben, dass ich das zu tun habe, was er sagt", erklärte die Zeugin den Richtern unter Tränen. „Ich kann mich heute selbst nicht mehr verstehen."

Halsband als Zeichen der Unterwürfigkeit

Was später folgte, ist eigentlich unfassbar. Die 45-Jährige machte auf Aufforderung des Angeklagten pornografische Fotos vom Genitalbereich ihrer Töchter, die noch im Grundschulalter waren. Die hatte sie ihm später auf sein Handy geschickt. Außerdem trug sie fortan ein Halsband als Zeichen der Unterwürfigkeit. Und sie machte ein Foto mit einem Zettel auf dem stand, dass sie dem Angeklagten gehöre.

„Ich schäme mich so", sagte die zweifache Mutter den Richtern. „Ich habe ein extrem schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber." Nach Bekanntwerden des Skandals und der Festnahme des Tennislehrers war ihr der Umgang mit ihren Töchtern praktisch verboten worden. Erst am kommenden Wochenende darf die jüngere Tochter mal wieder ein Wochenende zu ihr.

Gab es auch eine Vergewaltigung?

Was die 45-Jährige vor Gericht außerdem erzählte, könnte den Angeklagten zusätzlich in die Enge treiben. Sie berichtete von einem Treffen im Dorstener Tennisheim, bei dem der 39-Jährige sie vergewaltigt habe. „Ich habe geweint, ich wollte das nicht", sagte sie den Richtern. „Aber er hat meine Hände festgehalten und nicht aufgehört. Er hat einfach weitergemacht."

Genau das hat der Angeklagte später jedoch vehement bestritten. Er sei zwar oft dominant gewesen, habe aber nie eine Frau mit Gewalt zu sexuellen Handlungen gezwungen. „Das war immer einvernehmlich", so der 39-Jährige.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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