Blutspenden sind gerade im Sommer wichtig. © Marco Kolks
Blutspende

Blutspende: Drohen trotz positiver Bilanz in Dorsten Engpässe?

Das DRK blickt mit Sorgen auf die Sommerferien, es könnte ein Engpass in der Blutversorgung drohen. Das hat zwei Gründe. In Dorsten läuft es bislang sehr zufriedenstellend.

Das DRK hat Grund zur Sorge. Denn zwei Trends könnten dafür sorgen, dass in wenigen Wochen Engpässe in der Versorgung mit Blutkonserven drohen. „Wir sind eher angespannt, dabei sind wir gut durch die Corona-Zeit gekommen“, erklärt Claudia Müller, Referentin für Unternehmenskommunikation des DRK-Blutspendedienstes West. Durch die Lockerungen gebe es aber jetzt wieder genügend andere Termine, sodass die Zahlen der Spenden zurückgehen.

Krankenhäuser benötigen mehr Blut

Gleichzeitig holen die Krankenhäuser einige Operationen nach, die sie aufgrund von Corona zurückgestellt haben. Daher wird mehr Blut als zuvor benötigt. „Im Moment geht es noch, aber wir blicken mit Sorge auf die Sommerferien“, macht Claudia Müller deutlich. Das Problem habe es schon im Vorjahr gegeben, dieses Jahr werde es noch massiver, auch weil sich potenzielle Spender im Urlaub befinden. „Blutspende ist weiterhin wichtig und kontinuierlich notwendig“, so die Sprecherin.

Von 5 bis 10 Prozent weniger Spenden in den letzten Wochen geht Markus Schmid, ebenfalls Referent für Öffentlichkeitsarbeit, aus. „Der Alltag schlägt zu, die eine oder andere Blutspende rückt in den Hintergrund“, beschreibt er die aktuelle Entwicklung. An einigen Standorten seien die Spenderzahlen nach wie vor relativ gut, an anderen gehe die Bereitschaft deutlich zurück. „In Dorsten ist die Beteiligung aktuell ganz gut, gerade auch beim letzten Termin trotz Brückentag und sonnigem Wetter“, berichtet Markus Schmid. Auch für den aktuellen Termin in Altendorf-Ulfkotte (17. Juni) waren am Mittwoch nur noch wenige Plätze frei.

Friedhelm Koch, Geschäftsführer des DRK-Stadtverbandes, zieht zumindest ein positives Zwischenfazit der Blutspenden in Corona-Zeiten. „Wir können uns bei den Dorstener Bürgern nur bedanken, das gilt für alle Spendenlokale“, unterstreicht er. Deswegen habe der Stadtverband auch trotz Hygieneauflagen seine Richtzahlen erreicht. Zudem gab es während der Pandemie in Dorsten eine ganze Reihe Erstspender

Spende in Dorsten wohl weiterhin mit Anmeldung

Aber Friedhelm Koch weiß, dass in Ferienzeiten die Spenderzahlen immer wieder zurückgehen können. „Das ist kein neues Problem. Oft wird gerade in der Urlaubszeit Blut gebraucht“, erläutert der Geschäftsführer. Bei seltenen Blutgruppenzusammensetzungen rufe man deswegen Spender direkt an, wenn Bedarf besteht. Dann würden auch Termine an Feiertagen oder am Wochenende vereinbart, um die Reserven wieder aufzufüllen.

In Pandemiezeiten ist vor der Spende eine Anmeldung (telefonisch oder online) erforderlich. Weil das gut funktioniert hat, wird der Stadtverband diese Regelung wohl auch in Zukunft beibehalten. „Alles wird entzerrt, die Abläufe sind einfach besser“, meint Friedhelm Koch und hofft, dass die Zahl der Spender konstant bleibt. „Statistisch gesehen ist jeder einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen“, macht er klar.

Für Donnerstag, 17. Juni, ruft das Rote Kreuz in Altendorf-Ulfkotte zur Blutspende auf. Blutspender sind von 16.30 bis 20 Uhr in der Grundschule, Im Päsken 14, herzlich willkommen. Um gerade in Corona-Zeiten lange Warteschlangen vor der Blutspende zu vermeiden, bittet der DRK-Blutspendedienst alle, die Blut spenden möchten, sich vorab über die kostenlose DRK-Blutspende-App oder über www.blutspende.jetzt eine Blutspendezeit zu reservieren. So kann jeder ohne Wartezeit und unter den höchstmöglichen Sicherheits- und Hygienestandards Blut spenden.

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