Brieftaubenzüchter sehen sich zu Unrecht beschuldigt

13.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Dorsten Empört und verärgert sind viele Brieftaubenzüchter, die sich in etwa 30 Vereinen in Dorsten und der Region diesem traditionsreichen Hobby verschrieben haben. Sie fühlen sich verunglimpft durch Vorwürfe, die jetzt Dr. Ralf Unna vom NRW-Landestierschutzverband im Tierschutzbeirat der Landesregierung erhoben hat.

Aufsicht gefordert

Der Tierarzt und Vizepräsident des Tierschutzverbandes hatte dort auf angeblich sehr hohe Verlustraten bei so genannten "Katastrophenflügen" hingewiesen und von Wettbewerben gesprochen, bei denen bis zu 90 Prozent der Tauben den heimischen Schlag nicht mehr lebend erreichten. Dr. Unna forderte, solche Wettbewerbe generell unter die Aufsicht von Amtstierärzten zu stellen. Außerdem prangerte er an, dass Züchter Tiere töten, die ihre Erwartungen nicht erfüllen.

Diese Anschuldigungen wies Harald Kühn vom früheren Kreisverband der Brieftaubenliebhaber als pauschal und unzutreffend zurück. "Taubenzüchter gibt es schon fast so lange wie es die Menschheit gibt", erklärte der Hervester gegenüber der Dorstener Zeitung, "das sind in der Regel Menschen, die ihr Hobby mit Liebe und Sorgfalt ausüben - wir trauern, wenn mal ein Vogel von einem Fernflug nicht in den Schlag zurückkehrt."

Solche Einzelfälle durch höhere Gewalt seien nicht auszuschließen. Sie könnten aber auch genauso in heimischer Umgebung passieren, wo die Tauben gleichfalls beispielsweise Opfer von Raubvögeln werden könnten. Derart hohe Verlustraten, wie sie Dr. Unna nennt, seien jedoch so gut wie ausgeschlossen: "Die Wettervorhersagen sind heute so zuverlässig geworden, dass es kaum noch unliebsame Überraschungen gibt", erläutert Kühn. "Sollte es im Vorfeld Zweifel geben, sagt der Verband den Flug ab, das wird zentral geregelt."

Auswahl nötig

Dass eine Auswahl getroffen werde, sei überall gängige Praxis, wo gezüchtet wird, bei Rassegeflügel und Kaninchen ebenso wie bei Tauben. Harald Kühn: "Sonst hätten wir schnell völlig übervölkerte Schläge." Dies zu verurteilen, sei eine überzogene Form von Tierschutz: "Der hätte im Bereich der Massentierhaltung weit lohnendere Aufgaben!" kdk

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