Bürgerpark Maria Lindenhof wurde am Freitag zum FilmSchauPlatz

hzFilmSchauPlätze

Dorsten war am Freitag Schauplatz der Film-Reihe „FilmSchauPlätze NRW“. Im Bürgerpark konnten die Besucher Kino unter freiem Himmel genießen. Die Filme passten besonders gut zum Schauplatz.

von Paul Kahla

Dorsten

, 28.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein ungewohntes Bild bot sich am Freitagabend allen dar, die den Maria-Lindenhof besuchten: Auf der Wiese des Bürgerparks war eine aufblasbare Großbildleinwand aufgebaut, vor der Gäste aus ganz NRW auf Picknickdecken und Klappstühlen Platz nahmen.

Wenige Meter weiter, auf der Bühne der Bar Oude Marie, stand August Klar, der den Menschen zeigte „womit ich mein Geld verdiene“. Der gebürtige Görlitzer begeisterte an dem Abend sein Publikum mit selbstgeschriebenen Liedern und Poetry-Slam-Texten.

Die Besucher deckten sich an der Bar mit Getränken ein und mit Popcorn, zur Verfügung gestellt vom Dorstener Kino. Dann nahmen sie vor der Leinwand Platz und die Vorstellung konnte beginnen.

“Man sieht einen Film mit anderen Augen“

Die „FilmSchauPlätze NRW“ waren wieder zu Gast in Dorsten. Zum 22. Mal werden in ganz Nordrhein-Westfalen Spielfilme an Orten gezeigt, die normalerweise nicht die Funktion eines Kinosaals einnehmen. Darunter sind der Marktplatz Oberhausen-Osterfelds und der Kletterpark in Velbert. „Man sieht einen Film mit ganz anderen Augen, wenn man ihn an solch außergewöhnlichen Orten ansieht“, erklärt Anna Fantl, die Projektleiterin der „FilmSchauPlätze NRW“.

Zuerst wurde am Freitag, wie bei „FilmSchauPlätze NRW“ üblich, ein Kurzfilm gezeigt. „Roan“ ist eine Dokumentation der Studentin Thuy Trang Nguyen. Der Film zeigt die zärtliche Beziehung zwischen ihr und ihrer vietnamesischen Großmutter.

Anna Fantl erklärte, sie habe für Maria Lindenhof „Roan“ ausgewählt, da der Kurzfilm die Begegnung zwischen Jung und Alt darstellt. Den Bürgerpark empfinde sie ebenfalls als einen Ort, an dem mehrere Generationen aufeinander treffen. Meist, so Fantl, bitten sie die Städte darum, auch den Hauptfilm auszuwählen. Sie bemühe sich dann immer darum, einen Film passend zum Schauplatz auszusuchen.

„Ewige Jugend“ passte ebenfalls zum Ort

In Dorsten schlug Bernd Pape vom LWL-Wohnhaus allerdings einen Film vor: „Ewige Jugend“ handelt vom ehemaligen Komponisten Fred Ballinger und vom Regisseur Mick Boyle, die sich in ein schweizer Wellness-Hotel zurückgezogen haben und mit ihrem voranschreitenden Alter ganz unterschiedlich umgehen.

Der Film ist surreal, melancholisch und humorvoll, eine Studie über das Altwerden. Angesichts der Nähe des Bürgerparks zum benachbarten Altenzentrum empfanden sowohl Anna Fantl als auch Bernd Pape den Film als passend. Sie wünschen sich, dass in ein paar Jahrzehnten Bürger auf viele Erinnerungen im Bürgerpark zurückschauen, ähnlich wie die Protagonisten des Films auf die Erinnerungen ihres Lebens zurückblicken.

Weitere Filme in den kommenden Wochen

Eingebettet ist dieser besondere Filmabend in ein lokales Filmschauplätze-Programm. In den vergangenen Monaten wurden bereits im Amphitheater des Bürgerparks sowie im Gymnasium St. Ursula Filme gezeigt. In den nächsten Wochen folgen „Die Blumen von gestern“ (7. August, Garten des Jüdischen Museums) und „Die Kleine Hexe (21. August, Familienzentrum St. Agatha).

Bernd Papes Wunsch ist es, Open-Air-Kino-Abende in Dorsten regelmäßig stattfinden zu lassen. Diesen Wunsch gäbe es auch vermehrt im Aktionsgebiet von „Wir machen Mitte“, bestätigt Christina Bertels vom Stadtteilbüro.

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