Bürokratie bremst Corona-Senioren-Hilfe im Spenden-Taxi vorerst aus

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Mit einem Original-London-Taxi möchte ein Dorstener gegen Spenden für den guten Zweck hilfebedürftige Senioren zum Einkauf oder Arzt fahren. Doch die Bürokratie hat ihn vorerst ausgebremst.

Dorsten

, 12.05.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Innenraum seines schwarzen Original-Taxis aus London ist sehr geräumig, eine Scheibe schirmt die Fahrgäste auf den hinteren Sitzen komplett vom zwei Meter entfernt sitzenden Fahrer ab. „Bequemer und geschützter können ältere Menschen in diesen Corona-Zeiten doch gar nicht unterwegs sein“, dachte sich der Dorstener Bernd Klein.

Und so hatte der 35-Jährige nach einem Besuch im Seniorenheim „Paulinum“ eine Idee: Gegen eine Spende an die Mr. Trucker Kinderhilfe wollte er hilfsbedürftige Senioren aus der Lippestadt zum Einkaufen oder zum Arzt fahren.

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Doch die Bürokratie hat diese Charity-Aktion leider etwas ausgebremst.

„Ich hatte schon die Flugblätter für mein Corona-Hilfe-Taxi fertig“, erzählt der Dorstener. Doch die Kreisverwaltung als die für das „Verkehrs- und Fahrerlaubniswesen“ zuständige Behörde schob zunächst einen Riegel vor. Grund: Der Dorstener besitzt noch keinen Personenbeförderungsschein.

Keine Sondergenehmigung

„Das Personenbeförderungsgesetz sieht klare Regeln vor, die auch in der aktuellen Situation nicht umgangen werden können“, hieß es vonseiten des Kreises. Beispielsweise, wenn Geld genommen, wird, sei es auch als Spende, so Kreis-Pressesprecher Jochem Manz, der auch „versicherungstechnische Gründe“ anführt. „Eine Sondergenehmigung wird somit nicht erteilt.“

Inzwischen aber hat Bernd Klein das Antragsverfahren in die Wege geleitet. „Sechs Wochen dauert es mindestens, bis ich den sogenannten kleinen Taxischein bekomme.“

Der hintere Sitzbereich kann durch eine Scheibe komplett vom Fahrer getrennt werden.

Der hintere Sitzbereich kann durch eine Scheibe komplett vom Fahrer getrennt werden. © Michael Klein

Den Personenbeförderungsschein benötigt er sowieso. Denn der hauptberuflich als Bezirksleiter eines Lebensmittelvertriebs tätige Dorstener ist an Wochenenden im „Hochzeitsgeschäft“ tätig. „Seit 20 Jahren bin ich Hochzeits-DJ und vermiete inzwischen auch Fotoboxen.“ Und das 24 Jahre alte Taxi des Herstellers LTI (London Taxi International) hat er sich extra zugelegt, um Brautleute zum Hochzeitstermin chauffieren zu können. Die Größe des Wagenfonds sei optimal: „Da passt wirklich jedes Brautkleid rein.“

Inspiration aus Las Vegas

Inspiriert zu der außergewöhnlichen „Hochzeitskutsche“ wurde der Dorstener im Vorjahr auf der Fachmesse „Fotobooth-Expo“ in Las Vegas, wo Anbieter von Fotoboxen ihre Kreationen vorstellten.

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Und so hat der Dorstener für sein Unternehmen namens „Pott Booth“ sein London-Taxi mit mobiler Kamera als Fotobox umgerüstet. „Die Brautpaare und ihre Hochzeitsgäste können sich sich die Bilder sofort ausdrucken“, sagt er.

Wagen wird restauriert

Doch bis Hochzeiten wieder in würdigem Rahmen stattfinden, wird wohl noch etwas Zeit ins Land gehen. „Bis dahin habe ich Zeit, das Taxi restaurieren zu lassen“, so Bernd Klein. Dann werden Senioren sicher noch begeisterter vom „Corona-Hilfe-Taxi“ sein.

Wer Fotoboxen, einen DJ oder ein Original-London-Taxi für seine Hochzeit benötigt, kann sich wenden an Bernd Klein, Tel.: 0151/61709688, pottbooth@gmail.com oder www.pott-booth.de
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