Bundestagswahl: Bei der SPD droht eine Kampfabstimmung

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Die nächste Bundestagswahl findet im Herbst 2021 statt, bei der SPD bringen sich die Bewerber bereits in Stellung. Im Wahlkreis für Dorsten, Bottrop und Gladbeck droht eine Kampfabstimmung.

von Michael Wallkötter, Marcus Esser

Dorsten, Kirchhellen

, 12.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Gladbecker Sozialdemokraten Michael Hübner (47) wäre der Bundestag eine politische Option. Hübner hatte bekanntlich die Stichwahl zum Landrat knapp verloren. Der SPD-Politiker kann künftig zudem nicht mehr auf sein Landtagsmandat bauen wie bisher, da der beabsichtigte Neuzuschnitt der Landeswahlkreise sein „Hoheitsgebiet“ Gladbeck aufteilen und Bottrop sowie Gelsenkirchen zuschlagen könnte.

Hübner ist nicht abgeneigt

Aber es wird auf eine Kampfkandidatur hinauslaufen, sollte Michael Hübner Ambitionen zeigen, im Wahlkreis Bottrop-Recklinghausen III (Bottrop, Gladbeck, Dorsten) anzutreten. Abgeneigt ist er jedenfalls nicht, sich für die Wahl zum Bundestag als Kandidat aufstellen zu lassen.

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„Das ist ein Mandat, das mich reizen könnte“, sagt Hübner auf Anfrage. Weil er in Berlin, wie schon im Landtag, so „als starke Stimme des Ruhrgebiets der Region weiter Gehör verschaffen könnte“. Im Wahlkreis Bottrop-Recklinghausen III anzutreten sei dann folgerichtig, „da Gladbeck und Dorsten für den Landtag bereits mein Wahlkreis sind“.

Bisheriger Mandatsinhaber ist Parteifreund Michael Gerdes (60, Bottrop), der aber nicht gedenkt abzudanken. „Ich werde auf jeden Fall noch einmal kandidieren, da ich denke, gute Arbeit geleistet zu haben, mich fit fühle und motiviert bin, politisch in Berlin weiterzumachen“, so Gerdes.

Michael Gerdes (SPD)

Michael Gerdes ist von der Bottroper SPD als Bundestagskandidat nominiert worden. © SPD Bottrop

Der SPD-Unterbezirk Bottrop hat sich „bereits einstimmig für die Nominierung von Michael Gerdes ausgesprochen“, so Unterbezirksvorsitzende Sonja Voßbeck auf Anfrage. Gerdes habe „einen guten Job gemacht“ und das volle Vertrauen der Bottroper Delegierten.

SPD Dorsten würde wohl Hübner unterstützen

Für eine Kandidatur müsste auch Hübner erst einmal von einem Stadtverband nominiert werden. Dazu habe es „bislang keine Gespräche gegeben“, sagt der Gladbecker-Stadtverbandsvorsitzende Jens Bennarend. Grundsätzlich halte er einen Gladbecker Bundestagsabgeordneten aber „für eine gute Option“.

In Dorsten würde man eine Kandidatur Hübners wohl ebenfalls unterstützen, meint die kommissarische Stadtverbandsvorsitzende Marina Talaga. Der Stadtverband habe das letzte Wort, sie vermute, dass die Mehrheit wohl für Hübner sein könnte, „da einige Ortsvereine die mangelnde Präsenz von Michael Gerdes in Dorsten“ kritisiert hätten.

Kreis-SPD will noch in diesem Jahr entscheiden

Bislang sind alle Bundestags-Wahlkreise im Kreisgebiet seit Jahrzehnten in SPD-Hand. Die Kandidatenkür für die Wahl 2021 will der SPD-Kreisverband noch dieses Jahr entscheiden.

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