Corona-Fragen, die Sie sich vielleicht noch nie gestellt haben

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Die Corona-Krise verunsichert viele Menschen. Die Verbraucherzentrale gibt Antworten auch auf Fragen, die sich viele Dorstener womöglich noch gar nicht gestellt haben.

Dorsten

, 03.05.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Flüge fallen aus, Veranstaltungen werden abgesagt. Fitnessstudios sind geschlossen, Produkte im Supermarkt werden auf Vorrat gekauft. Die Verbraucherzentrale NRW, die ja auch in Dorsten eine Zweigstelle hat, will Orientierung geben in einem komplizierten Alltag.

Die Verbraucherzentrale hat in den letzten Wochen eine Menge Fragen beantwortet - auch solche, auf die man auf Anhieb vielleicht gar nicht kommen würde. Eine Auswahl:

Kann das Coronavirus über Lebensmittel und Bedarfsgegenstände übertragen werden?

Derzeit gibt es keine nachgewiesenen Fälle, dass sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen mit dem Coronavirus infiziert haben. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren verunreinigt worden sind, sind durch Schmierinfektionen zwar denkbar. Da die Viren in der Umwelt aber nur eine geringe Stabilität haben, ist das nur für einen relativ kurzen Zeitraum wahrscheinlich. Demnach ist es nach derzeitigem Wissensstand auch unwahrscheinlich, dass importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände wie Geschirr oder Besteck Quelle einer Infektion mit dem Virus sein könnten.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen das Coronavirus?
Da es zur Behandlung der COVID-19-Erkrankung bislang noch keine Arzneimittel oder Schutzimpfungen gibt, erwecken einige Anbieter den Eindruck, es gebe eine Präventionsmöglichkeit durch Nahrungsergänzungsmittel. Es gibt jedoch keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) verhindern können. Nahrungsergänzungsmittel dienen grundsätzlich nicht der Behandlung von Erkrankungen.

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Was bedeutet „Einkauf haushaltsüblicher Mengen“?
Der Begriff „haushaltsübliche Menge“ ist nicht klar definiert und hängt vielfach vom jeweiligen Produkt ab. Immer wieder müssen sich daher Gerichte mit der Frage beschäftigen, welche Begrenzung in vorliegenden Fällen angemessen ist. Generell gilt aber: Kunden können einen Händler grundsätzlich nicht zwingen, ihnen eine bestimmte Menge an Waren zu verkaufen. Die Beschränkung der Händler - etwa beim Verkauf von Nudeln, Mehl und Klopapier - ist zulässig.

Ist es sinnvoll, Lebensmittel von Privatanbietern bei Ebay zu kaufen?
Für private Anbieter gelten nicht dieselben Pflichten wie für gewerbliche Unternehmer. Sie unterliegen nicht der amtlichen Lebensmittelüberwachung, Käufer können nicht sicher sein, dass die Ware einwandfrei ist. Doch gerade Lebensmittel müssen unter anderem richtig und hygienisch einwandfrei gelagert werden. Auch erhalten Käufer nicht durchgängig weitere Informationen über das konkret angebotene Produkt, wie z.B. das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Hinweise zu allergenen Inhaltsstoffen. Zudem schließen die meisten Privatverkäufer eine Rücknahme der Produkte grundsätzlich aus.

Was ist bei Online-Lieferdiensten für Lebensmittel zu beachten?
Viele Verbraucher scheuen den Gang zum Supermarkt und ordern frische Waren und sonstige Lebensmittel bei Online-Händlern oder Online-Shops von Supermärkten. Doch die hohe Nachfrage erzeugt bei vielen Anbietern lange Wartezeiten. Eine zeitnahe Lebensmittel-Lieferung nach einer Bestellung kann momentan dauern.

Häufiges Händewaschen: Welche ist die richtige Handcreme?

So mancher macht derzeit durch häufiges Händewaschen mit trockenen oder sogar rissigen Händen Bekanntschaft. Wer hier problematische Inhaltsstoffe vermeiden möchte, kann auf Handcremes mit Naturkosmetiksiegel (z.B. BDIH oder NATRUE) achten, die u.a. keine Mineralöle, glättende Silikone oder synthetische Duftstoffe enthalten. Allergiker wiederum können auf reine Pflanzenöle oder Sheabutter bzw. unparfümierte Handcremes zurückgreifen. Und selbst ein einfacher Tropfen pflanzliches Öl aus dem Küchenregal hilft bereits gegen trockene Hände.

Welche alternativen Haushaltspapiere dürfen ins Klo?
Unnötige Hamsterkäufe führten zuletzt immer wieder zu Engpässen bei Toilettenpapier. Doch wer jetzt zu Alternativen wie Küchenrollen, Tempos, Feucht- und Kosmetiktüchern oder Zeitungspapier greifen will und diese über das stille Örtchen entsorgt, riskiert, dass die Rohre verstopfen. Nur das normale, trockene Toilettenpapier darf ins Klo. Alle anderen Haushaltspapiere müssen nach Gebrauch in eine Tüte und dann über die Mülltonne entsorgt werden.

Was hilft gegen Wucherpreise?
Die hohen Preise sind ein großes Ärgernis für viele Menschen. Solche Preise können einen Wucher darstellen (gemäß § 138 BGB). Die Verbraucherzentrale NRW ist der Meinung, dass die Unerfahrenheit und Ansteckungsangst von Verbrauchern zum Teil bewusst ausgenutzt wird. Dann ist das Geschäft sittenwidrig und der Vertrag unwirksam. Es kommt aber immer auf den einzelnen Fall an. Wer ein solches „Wucherangebot“ zu hohen Preisen entdeckt, kann dies der Verbraucherzentrale NRW melden.

Informationen und rechtliche Hilfestellungen zu vielen akuten Verbraucherfragen liefert auch die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW – bis auf Weiteres ausschließlich telefonisch oder per E-Mail. Kontakt bekommen Ratsuchende online unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort. und unter Tel. (02362) 7875201.
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