An den Dorstener Grundschulen werden Schüler regelmäßig mit Lolli-Tests auf das Coronavirus getestet. Schon nach wenigen Schultagen gibt es mehrere Coronafälle. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Schulen

Coronafälle an Dorstener Schulen häufen sich – Kritik an Quarantäneregelung

Das neue Schuljahr ist erst wenige Tage alt, schon sitzen die ersten Dorstener Schüler wieder in Quarantäne. Für wen sie verhängt wird, ist schwer nachvollziehbar.

Zwei Tage ging der Dorstener Grundschüler zur Schule – am dritten Tag kam morgens um 11 Uhr der Anruf: Ein Kind aus der gleichen OGS-Gruppe wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Konsequenz: Quarantäne – und damit ist er in Dorsten kein Einzelfall.

„Wir haben ein weinendes Kind abgeholt. Er muss jetzt zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie in Quarantäne“, erzählt der Vater des Schülers. Wieder einmal musste von einem auf den anderen Moment der komplette Alltag umorganisiert werden. Die Mutter wird nun wieder im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig ihren Sohn betreuen.

„Was da gerade passiert, ist absolutes Chaos. Es ist wirklich traurig, dass Bund und Land immer noch keine bessere Lösung für die Schulen haben“, sagt der Vater. Früher sei man den ganz normalen Alltag auch mal leid gewesen, „heute wünschen wir ihn uns einfach nur zurück“. Mit großer Sorge blickt er dabei auf den Herbst und Winter.

Über alle Altersgruppen hinweg lag die 7-Tages-Inzidenz im Kreis Recklinghausen am Dienstag (24.8.) bei 83,9. Inzidenzen nach Altersgruppen im Kreis RE: 0-4 Jahre: 98 / 5-14 Jahre: 281,8 / 15-34 Jahre: 140,3 / 35-59 Jahre: 60,4 / 60-79 Jahre: 11,8 / 80+ Jahre: 11,3

So wie ihm geht es momentan vielen Eltern. Noch ist Sommer und bereits jetzt – nach wenigen Schultagen – mehren sich die Coronafälle. „Momentan haben wir einige positive Fälle an Dorstener Schulen – dabei handelt es sich zwar um Einzelfälle und kein riesiges Ausbruchsgeschehen, aber es hängt trotzdem viel dran“, sagt Svenja Küchmeister, Sprecherin des Kreises Recklinghausen.

Kinder saßen am Tag der Einschulung in Quarantäne

Aktuell gibt es in fünf Dorstener Schulen Coronafälle – betroffen sind zwei Gymnasien, zwei Grundschulen und eine Realschule. Hinzu kommt noch eine Grundschule, bei der es bereits am Ende der Ferienbetreuung in der OGS einen positiven Fall gab. Die Konsequenz daraus war besonders bitter: Zahlreiche Erstklässler, die schon an der Ferienbetreuung teilgenommen hatten, saßen am Tag ihrer Einschulung in Quarantäne.

„Was hier gerade abläuft, ist irre. Es ist wahnsinnig viel Arbeit“, erzählt Svenja Küchmeister. Zwar sei das erklärte Ziel, möglichst wenige Kinder in Quarantäne zu stecken, jedoch müsse jeder Fall einzeln geprüft werden. Eigentlich sollten nur die direkten Sitznachbarn des infizierten Kindes sowie der Lehrer isoliert werden.

Jeder Einzelfall muss genau geprüft werden

„Ob es dabei bleibt oder mehr Kinder in Quarantäne müssen, hängt jedoch von sehr vielen Faktoren ab, die in jedem Fall einzeln überprüft werden müssen. Im Zweifelsfall wird im Sinne der Pandemiebekämpfung entschieden“, erklärt die Kreissprecherin. So müsse geklärt werden, ob die Kinder die Maske länger als 15 Minuten nicht getragen hätten, ob alle Hygieneregeln eingehalten wurden und ob regelmäßig gelüftet wurde.

Wenn Quarantäne verhängt werde, müssten die Kinder auf jeden Fall 14 Tage zu Hause bleiben. Aufgrund der längeren Inkubationszeit des Virus sei eine frühere Freitestung nicht möglich. „Wir haben sehr viele Anrufe von Menschen, die das hinterfragen. Ich kann das verstehen, das Ganze ist wirklich schwer nachzuvollziehen“, so Küchmeister.

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Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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