Coronavirus: Dorstener Abiturienten trauern um ihre Abibälle

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Der Abiball ist für viele Schüler das Highlight ihrer Schullaufbahn. Wegen Corona müssen Dorstener Abiturienten wohl darauf verzichten.

von Paul Kahla

Dorsten

, 23.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorstens Schulen bieten in diesen Tagen unter strengen Hygienemaßnahmen Abiturvorbereitungen für ihre Schüler an, die Ende Mai ihre Abschlussprüfungen schreiben sollen. Nach dem Bestehen der Prüfungen werden die Schüler wegen Corona voraussichtlich nicht wie viele Jahrgänge vor ihnen Abibälle feiern können.

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Am 27. Juni wollte die Q2 des St.-Ursula-Gymnasiums in der Vision Eventhalle in Gelsenkirchen mit einem bunten Programm ihren Abschluss feiern. Seit den Schulschließungen Mitte März machen sich die Abiturienten Sorgen, ob die Veranstaltung stattfinden könne, berichtet Sophie Hartmann. Seit knapp zwei Jahren plante sie mit ihren Mitschülern den Abiball. Ihre Mitschüler seien traurig, dass dieser jetzt nicht stattfinden könne. Man habe sich schon lange darauf gefreut, mit Familie und Freunden das Ende eines Lebensabschnitts zu feiern, erklärt die 18-Jährige.

Feierlichkeiten im September?

Die Stufe überlege daher, die Feierlichkeiten in den September zu verlegen, der Veranstalter sei glücklicherweise sehr entgegenkommend. „Einige meiner Mitschüler sind im September jedoch schon umgezogen, im Ausland oder in einer Ausbildung und könnten somit an der Feier vielleicht nicht teilnehmen“, gibt Hartmann zu bedenken.

Nele Pilkmann ist mitverantwortlich für die Planungen am Gymnasium Petrinum.

Nele Pilkmann ist mitverantwortlich für die Planungen am Gymnasium Petrinum. © privat

Auch der Abschlussjahrgang des Petrinums war vor den Osterferien im Begriff, die Planungen für den Abiball abzuschließen. „Statt uns mit Dekoration zu beschäftigen, mussten wir uns jetzt plötzlich Gedanken über eine Verlegung der Veranstaltung machen“, erklärt Nele Pilkmann, die in ihrer Stufe eine der Verantwortlichen für den Abiball ist. Am 20. Juni hätte die Stufe in einem Festzelt in Lembeck feiern wollen. „Das Zelt ist kein Raum, der eine Woche, einen Monat oder auch ein Jahr später belegt ist“, so Pilkmann.

Stornierung belastet die Stufe finanziell

Das Veranstaltungsdatum sei daher theoretisch flexibel. Allerdings würde eine Stornierung die Stufe finanziell stark belasten. Die Unsicherheit rund um Corona erschwere weitere Planungen zusätzlich. „So etwas wie momentan ist ja noch nie passiert!“, stellt Nele Pilkmann fest. Die Schüler hoffen, bis Ende Juni auf eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen, um zumindest im Rahmen der Stufe ein letztes Mal zusammenkommen zu können.

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Der Abschlussjahrgang der Gesamtschule Wulfen hätte am 19. Juni seinen Abiball im Gemeinschaftshaus gefeiert. „Großveranstaltungen sind bis Ende August abgesagt. Davon ist auch unser Abiball mit rund 600 erwarteten Gästen betroffen“, erklärt Janet Slemp. Die 19-Jährige war in ihrer Stufe mitverantwortlich für die Organisation der Veranstaltung.

Sie sieht das Veranstaltungsverbot nicht als Last, sondern als nötige Maßnahme, weitere Ansteckungen mit dem Virus zu vermeiden. „Unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen haben höchste Priorität“, sagt sie.

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