Coronavirus: Für Dorstener Gastronomen beginnt eine lange Leidenszeit

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Strenge Auflagen für Gaststätten und Restaurants: Ab sofort müssen die Rolladen ausnahmslos um 15 Uhr heruntergelassen werden.

Dorsten, Wulfen

, 17.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie wirkt sich natürlich auch auf die gastronomischen Betriebe in Dorsten aus. So beispielsweise auf die Speise-Gaststätte Brauhaus am Brauturm in Wulfen.

Gastwirt Alex Potsi aus Wulfen betont auf Nachfrage, dass er umgehend reagiert habe und schon in der vergangenen Woche den Thekenbetrieb eingestellt hat. Die Eisdiele, die sich nebenan befindet, wird gar nicht erst geöffnet.

„Wir gehen mit diesen Dingen sehr verantwortungsbewusst um. Dies dient vor allem der Sicherheit unserer Gäste, aber auch unserer eigenen Gesundheit. Allerdings bieten wir weiterhin Speisen und Getränke an. Dazu haben wir die Tischanzahl in unserem Lokal reduziert, um den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Getränke und Speisen gibt es ab sofort nur noch an den zur Verfügung stehenden Tischen“, berichtet Alex Potsi.

Essen kann bestellt und mitgenommen werden

Und weiter sagt Potsi: „Hinzukommt, dass wir unser Essen jetzt gut verpackt zum Mitnehmen anbieten. Wir haben jetzt täglich, wie vorgeschrieben, bis 18 Uhr geöffnet.“ Potsi hofft, dass „alle gesund bleiben und diese harte Zeit gut überstehen“.

Am Dienstagnachmittag änderte sich die Nachrichtenlage. Die Landesregierung ordnete eine Schließung aller Gaststätten um 15 Uhr an. Alex Potsi hatte zu dem Zeitpunkt noch keine neuen Informationen: „Für mich ist maßgeblich, was die Stadt Dorsten anordnet. Ich schaue täglich gegen 17 Uhr auf die Homepage und halte mich dann an die Weisungen.“

Gastronomen leiden unter Corona

Christiane Rex vom "La Piazza" © Michael Klein

Christiane Rex, Inhaberin des „La Piazza“ am Markt in der Altstadt, wollte am Dienstagmorgen mit ihrem Team das Beste aus der Situation machen: „Wir bieten jetzt einen Abholservice an“, sagte sie uns gegen 11 Uhr auf unsere Anfrage. Zu dem Zeitpunkt wollte die Gastronomin noch einen Abholservice für telefonische Bestellungen einrichten, das Küchenpersonal sollte bis 20 Uhr da bleiben, um Essen fertigzumachen.

Am Nachmittag dann die Kehrtwende: „Jetzt schließen wir doch un 15 Uhr“, hieß es. Zwischen 15 und 18 Uhr seien die Bestellungen für Essen sehr gering, deshalb lohne es sich nicht, das Küchenpersonal für diese Zeit im Betrieb zu halten.

Christiane Rex geht davon aus, dass die Gastronomie-Betriebe eine Durststrecke von mindesten vier Wochen vor sich haben. Einige Gaststätten brauchen gar nicht erst zu öffnen: Sie machen normalerweise erst gegen 17 Uhr auf. Das hat sich jetzt erst einmal erledigt.


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