Einbahnstraße, Zusatz-Gong, Maske - so läuft der Schulstart in Dorsten

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Nach den Herbstferien erklingt der Gong an Dorstener Schulen häufiger als sonst. Außerdem sollten sich alle warm anziehen. Und: An einer Schule lassen sich endlich alle Fenster öffnen.

Dorsten

, 23.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die Dorstener Schulen haben sich längst den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gestellt. So wird es beim Schulstart nach den Herbstferien am Montag (26.10.) kaum wesentliche Neuerungen geben. Genau hingeschaut wird allerdings bei Urlaubsrückkehrern. Sie müssen sich verschärften Auflagen bis hin zur häuslichen Quarantäne beugen.

Eine kleine Umfrage unter den Schulleitungen zeigt: In vielen weiterführenden Schulen ist die vom Schulministerium NRW am Mittwoch verkündete Maskenpflicht in Abstimmung mit Lehrern, Schülern und Eltern längst Standard. Gelüftet wurde und wird weiterhin tüchtig. Händedesinfektion beim Betreten und Verlassen der Klassenzimmer ist eine einstudierte Übung. Und auch die Laufwege in den Schulgebäuden führen vielerorts im Einbahnstraßensystem zum Ziel.

Kleine Blitzumfrage unter den Schulen

Wir haben die Schulen gefragt, welche Maßnahmen sie zum Schutz vor Covid-19-Infektionen getroffen haben, wie sie Eltern und Schüler auf dem kürzesten Weg informieren und ob sich etwas geändert hat seit Schuljahresbeginn. Hier der Überblick über die Schulen, die auf unsere Blitzumfrage geantwortet haben.

Gymnasium Petrinum: „Wir sind rigider vorgegangen als die Vorgaben waren“ - Schulleiter Markus Westhoff sagt, dass Eltern, Schüler und Lehrer schon im Sommer beschlossen haben, dass der Mund-Nasen-Schutz in der Schule getragen wird. „Traurig, dass es so weit gekommen ist“, meint Westhoff.

Regeln für richtiges Lüften im Schulalltag.

Regeln für richtiges Lüften im Schulalltag. © dpa

Das Thema Lüften ist ebenfalls nicht neu am Petrinum: „Das haben wir immer so gehalten. In den Pausen wurde gründlich gelüftet. Neu ist allerdings, dass nun alle 20 Minuten während der Unterrichtszeit ein Gong erklingt als Signal und Erinnerung fürs Stoßlüften in den Klassenräumen.“

Eigentlich wird am Petrinum so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig gegongt. Denn: „Für die Kinder ist der Gong ein Zeichen, dass sie den Raum verlassen können.“ In Corona-Zeiten sei das aber anders zu verstehen. „Den zusätzlichen Gong-Ton werden wir so schnell wie möglich wieder abschaffen, wenn sich die Lage entspannt“, kündigt Westhoff an.

Weit aufgerissene Fenster im Unterricht sind ein Handicap

Und auch die weit aufgerissenen Fenster im vorderen und hinteren Bereich der Räume werden trotz der anerkannten Notwendigkeit im Herbst/Winter 2020 nicht überall Freunde finden.

Laut Markus Westhoff werden Eltern und Schüler zweigleisig über alle notwendigen und aktuellen Änderungen zu den Coronaschutz-Bedingungen in Schulen informiert: „Unsere Beratungs- und Klassenlehrer schreiben die Schüler direkt an und wir nutzen eine interaktive Plattform, um uns mit Eltern und Schülern zu verständigen und sie zu benachrichtigen.“

Gymnasium St. Ursula: „Da die Mitwirkungsgremien an unserer Schule sich schon im August für das Tragen der Maske auch im Unterricht ausgesprochen haben, ist die Umsetzung dieser Vorgabe des Ministerium nicht schwer oder diskussionswürdig für uns. Im Gegenteil bestätigt die ministerielle Vorgabe, dass die Schulgemeinschaft umsichtig und auch richtig beraten und entschieden hat“, teilt Schulleiterin Elisabeth Schulte Huxel mit.

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Rückblickend freut es sie sehr, dass fast zwei Monate lang nach den Sommerferien bis zu den Herbstferien der Präsenzunterricht störungsfrei und intensiv gelaufen ist, Klassenarbeiten und Klausuren geschrieben werden konnten, eine Stufe sogar „auf Fahrt“ war, Hunderte von Unterrichtsstunden gehalten wurden - „eine Idee von „Normalbetrieb“.....“, wie die Schulleiterin sagt.

Konzept zum Lernen auf Distanz entwickelt

Verständigungsplattformen hat das Gymnasium ebenso wie das Gymnasium Petrinum hinreichend erprobt und angewendet: „Unsere Eltern informieren wir auf digitalem Weg über die Homepage, Teilgruppen/Klassen manchmal auch noch persönlicher über Infobriefe oder -schreiben in Print-Form über die KlassenlehrerInnen. Jede/n Einzelne/n aus unserer Schülerschaft erreichen wir über die schulcloud, die schon seit über zwei Jahren an unserer Schule erfolgreich als Kommunikationsweg installiert ist. Das Nutzen von WhatsApp als offiziellen schulischen Kommunikationsweg gestatten wir nicht.“

Derzeit entwickelt das St.-Ursula-Gymnasium - nach Maßgabe des Ministeriums - das Konzept zum „Lernen auf Distanz“ weiter. Die Hoffnung, dass der Präsenzunterricht möglichst lange weitergeführt werden kann, bleibt aber bestehen. Wichtig für die Schulleiterin ist aber auch, dass „Optimismus, Lebensfreunde und Solidarität“ untereinander nicht auf der Strecke bleiben.

Neue Schule Dorsten (Sekundarschule): „Wir werden zuerst eventuelle Reiserückkehrer, die einer Quarantänepflicht unterliegen könnten, informieren, Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten nehmen und dann entsprechend handeln“, sagt Susanne Bender, Leiterin der Neuen Schule (Sekundarschule) in Dorsten. Auch das Kollegium werde über die entsprechenden Maßnahmen (nochmals) informiert - insbesondere auch die eigene Kontaktnachverfolgung stehe im Mittelpunkt.

Schulalltag in Zeiten der Pandemie: Kurzer Trinkstopp, Maske hoch und dann wieder runter damit.

Schulalltag in Zeiten der Pandemie: Kurzer Trinkstopp, Maske hoch und dann wieder runter damit. © picture alliance/dpa

„Am ersten Unterrichtstag werden die Schüler über die Maskenpflicht informiert. An alle bereits bekannten Maßnahmen (Abstand, Handdesinfektion schon vor dem Eintritt ins Gebäude und anlassbezogen, Lüften der Räume, feste Sitzplätze und Sitzpläne, feste Lerngruppen, Abstand für Schulhof und Mensa, Regeln zum Essen und Trinken) wird erinnert, Plakate, Markierungen und Piktogramme unterstützen dies.“ Möglichst viele Fächer werden an der Sekundarschule im Klassenverband unterrichtet. Eltern und Schüler informiert die Schule über den Mailverteiler, die „Postmappe“ und durch die Klassenlehrkräfte vor Ort.

Paul-Spiegel-Berufskolleg Dorsten: „Im Grundsatz ändert sich nach den Herbstferien nur, dass nun auch Masken im Unterricht getragen werden. Außerdem werden wir auch noch verstärkt mehr Pausenaufsichten in den Gebäuden einsetzen“, sagt Michaela Büschemann, Leiterin des Berufskollegs. Sie freut sich sehr, dass fürs Stoßlüften nun auch die Bedingungen geschaffen wurden: „Seit dieser Woche lassen sich alle Fenster öffnen.“

In der Schule gibt es seit April ein „Einbahnstraßensystem“. An jedem Gebäudeeingang (zu Unterrichtsbeginn und in den Pausen) stehen Lehrer, die die Schüler in Empfang nehmen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Hände zu desinfizieren. Außerdem wird auf die Maskenpflicht geachtet.

Grundsätzlich werden alle 20 Minuten die Räume gelüftet. In den Pausen bleiben die Fenster offen.

Informationen über Instagram-Account und Homepage

Die Schule informiert ihre Schüler über Aktuelles auf ihrer Homepage und über Instagram. Michaela Büschemann und ihre Kollegen legen Wert auf Präsenzunterricht, können aber auch auf ein Konzept für Distanzunterricht für den Notfall zurückgreifen. Vor den Herbstferien sei darauf bei einigen wenigen Schüler zurückgegriffen worden.

Maria-Montessori-Grundschule: „Da sich für die Grundschulen keine nennenswerten Änderungen ergeben haben, können wir entspannt in den Unterricht starten. Wir können unter Einhaltung des bisherigen Hygienekonzeptes und den Maßgaben der Corona-Betreuungsverordnung sowohl die Freiarbeit in den Klassenverbänden als auch unseren Fachunterricht anbieten. Der Sportunterricht darf wieder in der Sporthalle stattfinden“, so Schulleiterin Sandra Grimm-Jandewerth. Eltern würden per Mail vor dem Schulstart informiert.

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