Wer öffnet, wer nicht: Geschäfte in Dorsten werden kontrolliert

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Viele Geschäfte in Dorsten dürfen am 20. April wieder öffnen. Die Anforderungen sind aber hoch und werden streng kontrolliert. Ein Modehaus kann die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Dorsten

, 17.04.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Tobias Stockhoff hat für die kommende Woche verstärkte Kontrollen angekündigt, wenn Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen. „Der Kommunale Ordnungsdienst wird sehr genau darauf achten, dass die Vorgaben zum Gesundheitsschutz eingehalten werden.“

Zugang zu den Geschäften regeln

So muss beispielsweise der Zugang zu den Geschäften geregelt sein. Die Kaufleute müssen an der Tür oder im Schaufenster ausschildern, wie groß der Verkaufsraum ist. Denn pro zehn Quadratmeter darf sich nur ein Kunde im Geschäft aufhalten. Die üblichen Empfehlungen zur Hygiene - Mundschutz, Spuckschutz, Handdesinfektion, Abstandsmarkierungen - sind außerdem Voraussetzung, um das Ladenlokal wieder zu öffnen.

„Wir werden das verstärkt überprüfen, den Händlern aber auch die Möglichkeit zur Nachbesserung geben“, betonte Stockhoff am Donnerstag. Eine Schließung des Geschäfts sei „das schärfste Mittel“, aber nicht gänzlich auszuschließen.

Kritik von Mensing

Kritik an der Neuregelung kommt aus dem Modehaus Mensing. Es darf noch nicht öffnen. „Die Bekanntmachung der Bundesregierung ist für uns insofern nicht nachvollziehbar, als dass wir der Meinung sind, dass Standorte aufgrund ihrer Diversität auch differenziert betrachtet werden müssen“, sagte Unternehmenssprecherin Sabine Büns.

Das Modehaus Mensing ist seit vier Wochen geschlossen.

Das Modehaus Mensing ist seit vier Wochen geschlossen. Welche Auswirkungen das auf das laufende Insolvenzverfahren hat, sei noch nicht abzusehen, hieß es am Donnerstag, © Robert Wojtasik

Städte wie Düsseldorf oder sogar Stadtteile wie Essen-Rüttenscheid seien gänzlich anders aufgestellt als Städte wie Dorsten, in denen das Modehaus Mensing „einen wichtigen Anlaufpunkt für Artikel darstellt, die relativ nah am täglichen Bedarf sind. Denn Kinder wachsen schnell und auch ein neuer BH oder ein neues Paar Socken sind dann und wann vonnöten.“

Mensing hat vor Kurzem einen Lieferservice für die Dorstener Kunden eingerichtet, der „vergleichsweise gut angenommen“ werde. „Aber natürlich ist die Nachfrage weit entfernt von den Einnahmen, die wir im gewohnten Tagesgeschäft generieren“, bestätigte Sabine Büns.

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In den Mercaden bleiben zwei Geschäfte geschlossen

In den Mercaden waren einige Geschäfte in den vergangenen Wochen schon geöffnet, ab Montag kommen weitere hinzu. Lediglich TK Maxx und das Modegeschäft S1 liegen über der 800-Quadratmeter-Grenze, Deichmann hingegen nicht. „Grundsätzlich haben alle Mieter eine Betreibungspflicht“, sagt Geschäftsführer Helmut Koprian, „aber sie wollen natürlich auch öffnen.“

Von Seiten der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt gab es auf Anfrage am Donnerstag noch keine Rückmeldung, wie die Mitglieder mit der neuen Situation umgehen und wer bereits am Montag wieder öffnet.

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