Coronavirus und die Polizei: Bürger sollen weniger reden und können schneller anzeigen

hzHygienevorschriften

Wer aus dringendem Grund die Polizeiwache in Dorsten aufsucht, bekommt vor einem Gespräch mit den Beamten eine Atemschutzmaske und Einmalhandschuhe. Aber es gibt Alternativen.

Dorsten

, 24.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Besucher aller Polizeiwachen im Kreis Recklinghausen müssen ab sofort Mundschutz und Einweghandschuhe tragen. So will die Behörde ihre Mitarbeiter, aber auch die Bürger vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Einfachere Formulare für Anzeigen

„Darüber hinaus beschleunigen wir die Anzeigenaufnahme durch vereinfachte Formulare, die die Bürgern eigenständig auszufüllen“, teilte Polizeisprecher Rene Borghoff jetzt mit. „Die diensthabenden Polizisten übertragen die ausgefüllten Formulare umgehend in das polizeiliche Anzeigensystem, sodass eine schnellstmögliche Weiterbearbeitung durch die zuständigen Kommissariate gewährleistet ist.

Die Polizei auch in Bottrop ist während der Corona-Krise bemüht, den Publikumsverkehr zu entzerren und auf ein zeitliches Minimum zu reduzieren. Es besteht auch die Möglichkeit, vorab telefonisch Kontakt zu den einzelnen Polizeidienststellen aufzunehmen. „Möglicherweise erübrigt sich dann ein Besuch vor Ort“, meint Borghoff.

  • Die Wache in Dorsten, Südwall 13, ist zu erreichen unter der Rufnummer (02362) 601 25 31. Online gibt es außerdem einen „Wachfinder“.

Die neuen Vorgaben sind das Ergebnis von Beratungen im polizeiinternen Pandemie-Beratungsstab, den Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen in der vergangenen Woche eingerichtet hatte. „Wir intensivieren alle notwendigen Vorsorgemaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus‘, um die Zahl der Erkrankungen auch in den eigenen Reihen so gering wie möglich zu halten“, wird sie in einer Mitteilung zitiert.

Hygienesets in allen Einsatzwagen

So wurden alle Einsatzwachen und die Kriminalwache mit Schutzmasken ausgestattet. Alle Einsatzfahrzeuge sind mit Hygienesets ausgerüstet. Das Polizeipräsidium hat bereits 80 Pandemiehelfer ausgebildet und wird zeitnah weitere 40 Pandemiehelfer durch den Polizeiärztlichen Dienst schulen.

„Wir alle können unseren Beitrag dazu leisten, dass die Verbreitung des Virus‘ verlangsamt wird. Vor allem, wenn wir Ruhe bewahren und uns an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden halten“, appelliert Friederike Zurhausen.

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Wichtig: Weder der Notruf (110) noch die daraus resultierenden Einsätze vor Ort sind von Einschränkungen betroffen. Polizeisprecher Rene Borghoff bestätigte: „Es sind nicht weniger Streifenwagen unterwegs als sonst.“ Es gebe auch keinerlei Erkenntnisse, dass sich die Zahl der Straftaten in Dorsten in den letzten Tagen erhöht habe.

Die Polizei hatte am Wochenende außerdem mitgeteilt, dass es auf den Straßen Dorstens keinen nennenswerten Unfall gegeben habe.

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