Corona-Ausbruch im Industriepark Dorsten/Marl: Zwölf Infizierte

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Bei Arvato wurden in dieser Woche über hundert Mitarbeiter auf eine mögliche Corona-Infektion getestet. Bereits Ende Juli gab es bei dem Logistik-Unternehmen einen Fall.

Dorsten

, 28.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Logistik-Zentrum Arvato in Dorsten gab es offenbar mehrere auf Corona positiv getestete Mitarbeiter. Wie Unternehmenssprecherin Sonja Groß mitteilte, wurde der erste Fall am 30. Juli bekannt. Die Redaktion wurde durch einen anonymen Hinweis, der am 28. August (Freitag) per E-Mail einging, auf den Fall aufmerksam gemacht.

Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen identifizierten die Verantwortlichen nach dem 30. Juli Kontaktpersonen. Dabei habe sich „leider“ herausgestellt, dass „ein Dutzend“ weiterer Personen mit SARS-CoV2 infiziert seien.

Kreissprecherin Svenja Küchmeister erklärt das allgemeine Vorgehen des Gesundheitsamtes so: „Wenn es einen positiven Fall in einem Betrieb gibt, schauen wir, wer die Kontaktpersonen sind. Die Kontaktpersonen ersten Grades, die also unmittelbaren Kontakt zum Erkrankten hatten, werden in Quarantäne geschickt und getestet.“

Arvato ging sogar noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen entschied sich, weitere „Testkapazitäten einzukaufen“ und ließ im ersten Anlauf etwa 75 Personen testen, erklärte Sonja Groß.

Weitere Test zur Sicherheit

Zur Sicherheit und nach Beratung mit dem Gesundheitsamt führte das Unternehmen eine zweite und größere Testreihe durch. „Wir wollen auch Klarheit für unsere Mitarbeiter schaffen“, so Sonja Groß. Vor zwei Wochen und in dieser Woche, so Kreissprecherin Svenja Küchmeister, seien mehrere Mitarbeiter durch das Deutsche Rote Kreuz getestet worden. Sonja Groß ergänzt: „Insgesamt wurden bei Arvato 190 Personen getestet.“ Bisher seien alle eingetroffenen Ergebnisse dieser Testungen negativ. Deshalb geht Arvato davon aus, dass „die einzelnen Fälle reingeschleppt wurden“. Vermutlich seien die Ansteckungen im privaten Bereich geschehen.

Die Sicherheitsmaßnahmen seien seit dem Corona-Lockdown im März sehr hoch. „Wir haben Teams voneinander getrennt, die Pausen entzerrt“, nennt Sonja Groß ein Beispiel. Schichtwechsel von einem Team ins andere seien nicht mehr möglich, da sonst Infektionsketten nicht nachvollzogen werden könnten.

Angesichts der rund 750 Mitarbeiter am Standort seien die sechs aktiven Fälle „relativ okay“. Die sechs anderen positiv getesteten Mitarbeiter seien mittlerweile genesen. Alle hätten nur leichte oder gar keine Symptome gehabt.

Arvato gehört zum Bertelsmann-Konzern und eröffnete im Sommer 2018 seinen Standort in Dorsten. Aktuell wird in drei Hallen gearbeitet, von hier werden Waren, wie Kleidung und andere Konsumgüter, europaweit verschickt. Es besteht die Möglichkeit den Standort von 60.000 auf 200.000 Quadratmeter Nutzfläche zu erweitern.

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