Coronavirus: Aus dem Dorstener Krankenhaus verschwinden Hygieneartikel - und noch mehr

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Die Angst vor dem Coronavirus führt im Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus vermehrt zu Diebstählen. Die Klinik hat reagiert und erklärt, wie sie an Mundschutz und Desinfektionsmittel kommt.

Dorsten

, 05.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Verbreitung des Coronavirus‘ hat in Dorsten zu Hamsterkäufen geführt. Lebensmittel-Konserven werden zwischenzeitlich knapp, Mundschutz und Desinfektionsmittel sind vielerorts ausverkauft. Das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten hat derzeit allerdings mit ganz anderen Problemen zu tun.

Nicht nur Desinfektionsmittel verschwinden

„Wir stellen vermehrt fest, dass Desinfektionsmittel aus den öffentlich zugänglichen Bereichen verschwinden“, bestätigte Krankenhaus-Sprecherin Birgit Böhme-Lueg auf Anfrage. „Aber auch persönliche Schutzbekleidung wie zum Beispiel Einmalkittel und Mundschutzmasken werden gestohlen.“ Sogar Toilettenpapier nehmen Diebe nach ihren Angaben mit.

Bis jetzt hat das Krankenhaus in Dorsten noch keine Strafanzeige erstattet. „Wir haben noch niemanden bei den Diebstählen überführen können, sind aber sehr wachsam“, betont die Sprecherin. „Nachgewiesene Diebstähle werden ab sofort von uns zur Anzeige gebracht.“

Erste Lieferengpässe bei Hygieneartikeln

Das Dorstener Krankenhaus ist Mitglied einer großen Krankenhaus-Einkaufsgemeinschaft mit ca. 160 Krankenhäusern. „Hier stehen uns zahlreiche Lieferanten auch für die Bereiche Hygieneartikel, Desinfektionsmittel und Schutzkleidung zur Verfügung“, sagt Birgit Böhme-Lueg. Doch obwohl es Rahmenverträge und Abnahmevereinbarungen gebe, komme es aktuell zu Lieferverzögerungen.

Dr. Andreas Weigand, Geschäftsführer des Klinikverbundes KKRN, zu dem auch das St. Elisabeth-Krankenhaus gehört, hat vor wenigen Tagen bestätigt, dass es bisher weder einen Erkrankungs- noch einen Verdachtsfall von am Coronavirus erkrankten Patienten gebe. Das Dorstener Krankenhaus verfügt über eine Infektions- und Isolierabteilung mit sechs Zimmern, die nur über Schleusen zu erreichen sind.

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Auf die zunehmende Zahl von Diebstählen hat der Klinikverbund inzwischen in all seinen Häusern reagiert. Auch im St.-Elisabeth-Krankenhaus ist die Lagerhaltung in den öffentlich zugänglichen Bereichen eingestellt worden. „Wir füllen die Bestände nur noch bedarfsorientiert auf“, sagt Birgit Böhme-Lueg.

Die Krankenhaus-Sprecherin appelliert an Patienten und Besucher, keine Hygiene- und Desinfektionsartikel zu entwenden, da diese zum Schutz von Patienten, Besuchern und auch Mitarbeitern zur Verfügung stehen müssen. „Spezialartikel werden auf den Stationen und in den Funktionsbereichen unter Verschluss gehalten.“

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