Coronavirus: Lesementoren raten zu Lesezeiten mit Kindern

Coronavirus

Lesen erweitert den Horizont. Grundschulkinder, die zu Hause bleiben müssen, können sich beim Lesen gedanklich in eine andere Welt begeben. Positiver Nebeneffekt: Lesen macht schlau.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 24.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lehrer und Lesementoren der Agathaschule sind sich einig: Lesekompetenz der Kinder kann man fördern.  Gerade auch in Zeiten von Corona und außerhalb der Schule.

Lehrer und Lesementoren der Agathaschule sind sich einig: Lesekompetenz der Kinder kann man fördern. Gerade auch in Zeiten von Corona und außerhalb der Schule. © Claudia Engel (A)

In Schulzeiten sind die Lesementoren des Leselernhelfervereins Niederrhein ehrenamtlich an der Agathaschule und in der Pestalozzischule in Dorsten aktiv. Die Agathaschule hat eine umfangreiche Schulbücherei, die die Kinder der 2. bis 4. Klassen zum Stöbern einlädt und zum Lesen verlockt.

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Das entfällt in Zeiten, weil Grundschulen wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona seit Mitte März geschlossen sind. In einem Interview mit unserem Medium wirbt der Stadtkoordinator der Leselernhelfer für Dorsten, Ernst-Georg Lohöfener, dafür, dass Eltern ihre Kinder in der häuslichen Isolation mit Büchern beschäftigen. Er erklärt ausführlich, welchen Reiz das Lesen ausübt, wie wichtig gemeinsame Lesezeiten sind und welche Auswirkungen das Lesen auf die Sprach- und Schreibkompetenz der Kinder hat.

Wieso empfehlen Sie Eltern in der Krise, mit ihren Kindern viel zu lesen?

Die Eltern können mit entspannten Lesezeiten den Tag mit den Kindern zu Hause positiv gestalten. Es geht darum, bei den Kindern die Lesefreude zu wecken und schöne Rituale in dieser ungewöhnlichen Situation zu schaffen. Sie können gemeinsam fantasievolle und abwechslungsreiche Geschichten erlesen und erleben. Schaffen Sie eine gemütliche, entspannte Atmosphäre, wechseln Sie sich beim Lesen ab, sprechen Sie über das Gelesene und spinnen die Erzählungen aus. So schaffen Sie einfach schöne, gemeinsame Momente. Ihre Zeit zu Hause wird für alle angenehmer und die Kinder werden dieses positive Gefühl mit dem Lesen verbinden.

Wäre es nicht wichtiger, mehr Zeit in die Schulaufgaben zu investieren?

Die Aufgaben, die die Schulen den Kindern mitgegeben haben, sind wichtig. Aber Sie können die Phasen des Lernens mit entspannten Lesezeiten unterbrechen. Das Lesen ist die Schlüsselkompetenz in unserer Gesellschaft und die Grundvoraussetzung für das Lernen in allen Fächern. Nur wer es richtig kann, d.h. den Sinn der Texte versteht, kann in allen Fächern den Inhalten folgen. Daher legt Ihr Kind eine gute Basis, wenn es ein begeisterter Leser wird. Aber bauen Sie keinen Druck auf. Für Ihre Kinder soll das Lesen eine positive Erfahrung ein.

Lesen ist die Grundlage für das Lernen, welche Vorteile hat es noch?

Es öffnet ihnen das Tor zur Welt, es erlaubt Einblicke in fremde Welten und erweitert den Horizont. Lesen fördert die Persönlichkeitsentwicklung, weil es zur emotionalen Auseinandersetzung mit einem Thema, den Protagonisten und verschiedenen Formen sozialen Verhaltens anregt. Es regt die Fantasie an, vermittelt ganz nebenbei Wissen und vergrößert den Sprachschatz.

Nicht jedes Kind liest gerne. Wie können Eltern ihre Kinder zu Hause dafür begeistern?

Sie können so vorgehen wie unsere Lesementoren, die an den Schulen die jungen Menschen fördern: Gehen Sie auf Ihr Kind ein, indem Sie Texte aussuchen, die es wirklich interessieren. Das können auch Comics oder Sachtexte in Kinderzeitschriften sein. Auch E-Mails, WhatsApp-Nachrichten oder Briefe zählen. Wenn Kinder keine gedruckten Texte mögen, gibt es gute, digitale Lese-Apps mit sinnvollen Sprachspielen als Alternative. Darauf können auch die Eltern zurückgreifen, die selbst nicht in Deutsch lesen können. Wichtig ist es immer, Situationen in entspannter Atmosphäre zu schaffen und Freude zu wecken. Was ihre Kinder in dieser Ausnahmezeit fühlen, wird ihnen lange erhalten bleiben.

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