Coronavirus: Nur jede fünfte Arztpraxis im Kreis macht Corona-Tests

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Das erhöhte Testaufkommen durch Reiserückkehrer, Kita-Beschäftigte und Lehrer schultern im Kreis Recklinghausen die niedergelassenen Ärzte. Allerdings testet längst nicht jede Praxis.

Dorsten

, 29.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Anfang Mai bis Ende Juli glich die Corona-Kurve in Dorsten fast einem Plateau. In diesen drei Monaten meldete das Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen insgesamt 13 Neuinfektionen in der Lippestadt. Allein im August sind bis einschließlich 28.8. inzwischen 31 bestätigte Fälle in Dorsten dazugekommen.

„Das sind im Regelfall alles Einzelfälle“, sagt Svenja Küchmeister von der Pressestelle des Kreises Recklinghausen. In Dorsten gab es etwa Fälle an Schulen oder in Sportvereinen, die sich als Einzelfälle herausstellten. Städtische Auffälligkeiten gebe es zurzeit nicht, heißt es von der Kreisverwaltung.

Seit gut einem Monat schultern niedergelassene Ärzte nun schon das erhöhte Testaufkommen durch Reiserückkehrer sowie Lehrer und Beschäftigte in Kitas, die sich anlasslos testen lassen können.

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Nach Angaben der Kreisverwaltung machen aktuell aber nur etwa 20 Prozent der niedergelassenen Ärzte im Kreis Recklinghausen Corona-Abstriche, was laut Svenja Küchmeister „dramatisch wenig“ sei. „Gerade mit Blick auf das, was uns noch bevorsteht, Grippe-Welle etc.“ Die Kassenärztliche Vereinigung sei jedoch zufrieden mit dieser Quote, weil sie immer noch besser ist als in anderen Regionen.

Dabei könnte der Kreis relativ zügig seine Testzentren wieder öffnen und die Ärzte entlasten. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hatte dem Kreis im Mai angesichts konstant niedriger Infektionszahlen die Betriebsstättennummer für die Zentren entzogen, sodass der Kreis die Kosten für den Betrieb der Zentren allein hätte tragen müssen. Seitdem gibt es keine Testzentren im Kreisgebiet. Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich eine Öffnung der Zentren wünschen, so Küchmeister weiter: „Das Verfahren, das wir hatten, war ja gut!“

„Absolute Zumutung“

Hausärzte waren auch mit geöffneten Testzentren erster Ansprechpartner. Sie mussten im Zweifel aber nur Kontaktdaten des Patienten an das Gesundheitsamt übermitteln, das dann einen Termin in einem Testzentrum ausgemacht hat - und nicht noch während des laufenden Praxisbetriebs Corona-Tests organisieren.

Das sei eine „absolute Zumutung“ für die Ärzte, sagt Svenja Küchmeister. Aber von der KV heiße es nur, die niedergelassenen Ärzte seien gut aufgestellt.

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