Das „Ensemble Mirabilis“ bot im Alten Rathaus mittelalterliche Musik

Konzert

Zum Abschluss des diesjährigen Dorstener Hansetages präsentierte die Stadtinfo am Samstagabend mithilfe der Sparkasse Vest das „Ensemble Mirabilis“ im Alten Rathaus.

von Sabine Bornemann

Dorsten

, 05.05.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das „Ensemble Mirabilis“ bot im Alten Rathaus mittelalterliche Musik

Zum Abschluss des diesjährigen Dorstener Hansetages präsentierte die Stadtinfo mithilfe der Sparkasse Vest das „Ensemble Mirabilis“ im Alten Rathaus. © Sabine Bornemann

Die drei jungen Folkwang-Studentinnen Fabienne Kirschke, Laura Bennek und Jana Frehn haben sich ganz der mittelalterlichen Musik verschrieben. Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dieser Epoche war das Studium der Blockflöte.

Die Blockflöte ist ein sehr altes Instrument

Für dieses sehr alte Instrument ist Literatur aus dem 9. bis 14. Jahrhundert erhalten. „Wir wissen aber nicht viel darüber, wie sie aufgeführt wurde, und können uns an diese Klangwelt nur herantasten“, erklärt die Gründerin des Trios Fabienne Kirschke ihr Interesse am Forschen und Erproben auch anderer uralter Instrumente. So spielt sie neben den Flöten auch Drehleier, eine gotische Harfe sowie Psalter (eine Urform der Zither) und singt dazu. Neben Blockflöten und Gesang brachten die beiden Kolleginnen auch noch eine große Trommel und Schellenringe als Rhythmusinstrumente in die Besetzung ein.

Ungewohnte Klangfarben

Diese ungewohnten Klangfarben präsentierte „Mirabilis“ in wechselnden Kombinationen und stellte eine große Bandbreite von „Alter Musik“ aus verschiedenen europäischen Ländern vor. Das Programm beschäftigte sich inhaltlich mit den Themen „Verehrung und Liebe“ in geistlicher und weltlicher Musik. Schon der Auftakt mit einer sehr ruhigen meditativen Komposition der Hildegard von Bingen schuf Raum, um sich auf etwas Fremdes einzulassen. Denn fremd war diese Musik allemal - jedoch auch spannend!

Ein Stück hieß z.B. „Hoquetus David“ von Guillaume de Machaut aus dem 14. Jahrhundert. Hoquetus ist das lateinische Wort für „Schluckauf“. Und genau so wirkte dieses Stück - als ob es Haken hätte, an denen etwas hängen bleibt. Man erkannte in allen drei Stimmen wiederkehrende Phrasen, aber es war keine Logik in ihrer Abfolge auszumachen. Auch rein emotional konnte man keiner Melodie folgen. Fabienne Kirsche lüftete das Geheimnis: „Dieses Stück ist ein reines Zahlenspiel im Neunachteltakt - eine besondere Kunstform dieser Zeit.“

Fröhliche Tänze und Liebeslieder

Solche Spiele waren anscheinend beliebt: „Mout Me Fu Grief“ ist ein Stück aus dem 13. Jahrhundert, in dem die zugehörigen gesungenen Texte teilweise gegensätzliche Inhalte zur gleichen Melodie erzählen und übereinandergelegt werden. Im Konzert waren natürlich auch unkomplizierte Stücke zu hören, fröhliche Tänze und Liebeslieder, aber der ganze Abend gewann sehr durch die Erläuterungen zu den Instrumenten und Werken. Das war ein sehr stimmungsvoller Ausflug in alte Zeiten.

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