Diese neuen Corona-Regeln gelten ab sofort in Dorsten

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Die neuen Corona-Regeln im Kreis Recklinghausen sind amtlich. Sie gelten für alle zehn Städte. In Dorsten hat der Krisenstab getagt. Ein wichtiges Thema: die Kontrolle.

Dorsten

, 12.10.2020, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein ziemliches Hin und Her, bis die neue Corona-Allgemeinverordnung am Montag endlich amtlich war. Zunächst gab es am Morgen eine erste Rückmeldung aus Düsseldorf zu den Maßnahmen, die der Kreis wegen der hohen Zahl der Neuinfektionen ergreifen möchte und am Samstag vorgelegt hatte. Die Landesregierung hatte offenbar Einwände.

„Daraufhin hat es eine erneute Abstimmung des Kreises mit den Städten gegeben. Die überarbeitete Liste wurde erneut an die übergeordneten Behörden zur Abstimmung geschickt“, bestätigte Kreissprecherin Svenja Küchmeister am frühen Abend. Gemäß Coronaschutzverordnung gilt schon seit Samstag, dass die Teilnehmerzahl bei Feiern auf 25 Personen reduziert ist. Die neue Liste sieht darüber hinaus nun verschiedene Maßnahmen vor, aber keine Maskenpflicht in Kitas und im OGS-Bereich:

  • Beschränkung der zulässigen Gruppengröße im öffentlichen Raum auf fünf Personen,
  • MNS-Pflicht in Fußgängerzonen sowie auf öffentlichen Plätzen,
  • MNS-Pflicht in weiterführenden Schulen und Berufskollegs,
  • MNS-Pflicht für Zuschauer bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen,
  • kreisweit einheitliche Besucherregelungen für Kliniken,
  • Alkoholverbot in der Öffentlichkeit von 22 bis 6 Uhr,
  • Verbot von Shisha-Rauchen in der Öffentlichkeit,
  • MNS-Pflicht bei kulturellen Veranstaltungen (z.B. Theater).

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Das Landeszentrum Gesundheit hatte um Mitternacht für den Kreis Recklinghausen einen Inzidenzwert von 62,7 veröffentlicht. Das heißt: Etwa 63 Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den letzten sieben Tagen infiziert. Das heißt auch: Der Inzidenzwert für das Kreisgebiet ist binnen zwei Tagen um mehr als zehn gestiegen.

Kurios: Der Kreis Recklinghausen vermeldete am Vormittag erstmals einen niedrigeren Wert (55,2,). In letzter Zeit hinkte das Landeszentrum stets hinterher.

Dorsten alleine wäre in der „Warnstufe Gelb“

Neue Zahlen für die einzelnen Städte hat das Kreisgesundheitsamt am Montag ebenfalls veröffentlicht. Demnach beträgt der Inzidenzwert für die Stadt Dorsten 36,1 - das entspräche der „Warnstufe Gelb“. Aktuell sind hier 36 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Die Situation in den Nachbarregionen ist nach wir vor unkritisch, aber auch hier steigen die Zahlen: Der Inzidenzwert für den Kreis Wesel liegt aktuell bei 13,3 für den Kreis Borken bei 13,7, für die Stadt Bottrop bei 18,7.

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In Dorsten hat am Vormittag der Krisenstab getagt. In Abwesenheit von Bürgermeister Tobias Stockhoff, der im Urlaub ist, aber ständig auf dem Laufenden gehalten wird, ging es vor allem um die Frage, wie die neue Allgemeinverfügung ab Dienstag durchgesetzt werden kann. Mit anderen Worten: Wer kontrolliert?

Kommunaler Ordnungsdienst wird wohl aufgestockt

Diese Aufgabe wird zu einem Großteil dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) übertragen. Es gilt als sicher, dass er in nächster Zeit personell verstärkt wird, so wie es im Frühjahr bereits der Fall war. Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann bestätigte: „Wir können flexibel reagieren.“

Obwohl die Corona-Lage in Dorsten bis Samstag noch recht entspannt war, war der „Corona-Anteil“ am Tagesgeschäft für die städtischen Ordnungshüter laut Fortmann bis dahin schon „sehr hoch“. Es sei ganz wichtig gewesen, im Rahmen des Präsenzdienstes weiterhin die Aufmerksamkeit aufrechtzuhalten. „Bislang ist das dem KOD sehr gut gelungen.“

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