Der „Brückenschlag“ verbindet Religionen und Generationen

hzVorträge und Exkursionen

Hass und Hetze, Terror und Gewalt hören nicht auf. Die Projektgruppe „Brückenschlag“ hält dagegen und setzt sich dafür ein, dass Christen, Juden und Muslime in Dorsten zusammenstehen.

Dorsten

, 25.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Brückenschlag zwischen den Religionen soll auch in diesem Jahr wieder gelingen, denn „es gibt hinreichend schlimme Gründe, das Thema nicht aus der Hand zu geben“, sagt Franz-Josef Stevens von der Projektgruppe „Brückenschlag“ mit Blick auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, den Anschlag auf die Synagoge in Halle oder die bestürzenden Nachrichten über menschenverachtende WhatsApp-Chats bei der Polizei.

Da ist es nur konsequent, dass einer der renommiertesten Investigativ-Journalisten Deutschlands, Olaf Sundermeyer, in Dorsten einen Vortrag hält. Der gebürtige Dortmunder spricht am 4. November (Mittwoch) um 19.30 Uhr über den „Stresstest für die Demokratie“. Sundermeyer beobachtet die nationalpopulistische Bewegung seit vielen Jahren aus der Nähe. Er folgt ihr durch die ganze Republik und analysiert ihre Strategien und Protagonisten, die Deutschland einen Stresstest aufzwingen. In politischen Talk-Shows ist er gern gesehener Stammgast.

Olaf Sundermeyer kommt am 4. November nach Dorsten

Olaf Sundermeyer kommt am 4. November nach Dorsten © Bernd Paulitschke

Olaf Sundermeyer auf der Kanzel der Johanneskirche

In Dorsten dürfen ihm 80 Menschen zuhören, die sich ab sofort im Jüdischen Museum Westfalen unter Tel. (02362) 45279, E-Mail: info@jmw-dorsten, eine Karte zum Preis von 6 Euro reservieren können. Sundermeyers Mikrofon wird an diesem Abend auf der Kanzel der Evangelischen Johanneskirche am Platz der Deutschen Einheit stehen.

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Die kleine Reihe von Vorträgen geht am 11. November (Dienstag) um 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Josef in Hervest weiter mit einem Referat von Angelica Hilsebein vom Bistum Münster, die über den Blick der Katholischen Kirche auf den Islam spricht, die mit dem II. Vatikanischen Konzil den Anspruch auf die allein seligmachende Kirche aufgegeben hat. 25 Personen sind zugelassen, Anmeldungen unter Tel. (02362) 71177 oder per E-Mail an stpaulus-hervest@bistum-muenster.de.

Ein Theaterstück über Integration für die Kleinsten

Weniger ein Vortrag als eine kindgerechte Aufbereitung des Themas Zuwanderung und Integration ist das Theaterstück „Frau von Hier und Herr von Dort“, das in der Woche vom 16. bis zum 19. November in einigen Dorstener Kindertagesstätten vom Theater „Fug & Janina“ aufgeführt wird.

An Schülerinnen und Schüler richten sich zwei Termine an Gymnasium und Realschule St. Ursula: Dort wird die junge Muslima Magda Al Sibai aus Münster, die Islamische Religion studiert, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Islam und Christentum referieren.

Exkursionen in den Garten der Religionen

Die „Brückenschlag“-Exkursion führt diesmal nach Recklinghausen-Stuckenbusch, wo zwei Gruppe à 15 Personen den Garten der Religionen kennenlernen und die Ausstellung „WeltReligionen, WeltFrieden, WeltEthos“ besuchen können. Für die Fahrt am 9. Oktober (Freitag) 15.45 Uhr, gehen Anmeldungen an Jochen Schräjahr, Tel. (02362) 64407, E-Mail: hj.@schraejahr-dorsten.de. Für den 24. Oktober (Samstag) können Teilnehmer sich anmelden bei Franz-Josef Stevens, Tel. (02362) 3239, E-Mail: fj.stevens@online.de.

Dr. Norbert Reichling von der Projektgruppe ist froh darüber, dass es auch diesmal wieder gelungen ist, mit dem „Brückenschlag“ alle Generationen anzusprechen und für Toleranz gegenüber allen Religionen und Menschengruppen zu sensibilisieren. Ein Anliegen, das der Dorstener Sparkasse schon seit Jahren so wichtig ist, dass sie das Projekt „Brückenschlag“ nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe ihm am Mittwoch aus der Seele gesprochen, erklärte Sparkassen-Chef Matthias Feller, als er bei einem Treffen mit Angehörigen der Todesopfer des Anschlags von Hanau gesagt habe: „Wir müssen unsere Stimme erheben und solidarisch sein, wann immer Menschen in unserem Land in ihrer Würde verletzt werden.“ Dafür stehe das Projekt „Brückenschlag“ ein.

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