Deutsche Glasfaser lässt Deuten hängen - Unmut der Bürger wächst

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Die Deutsche Glasfaser lässt den Dorstener Ortsteil Deuten im Stich. Seit zwei Jahren warten die Deutener auf den Breitbandausbau durch das Borkener Unternehmen. Getan hat sich - nichts.

Dorsten, Deuten

, 27.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Tage werfen die Deutener neidische Blicke auf die Bauerschaften Lasthausen und Brosthausen gleich nebenan. Dort wird munter im Internet gesurft - mit vollem Up- und Downloadtempo eines Glasfasernetzes.

Die mehr als 1600 Deutener hingegen werden von der Deutschen Glasfaser hängen gelassen. Sie kündigte 2018 schnelles Internet fürs Dorf an, hat es aber nicht zustande gebracht. So würden die Deutener wohl bis heute noch zur Verständigung mit anderen Menschen auf Trommeln herumschlagen, wenn die Muenet nicht auf Initiative des Deuteners Klaus Alfes vor sieben Jahren den Bürgern in Deuten ein Funknetz zur Verfügung gestellt hätte.

Breitbandausbau war das Ziel in Deuten

Denn Klaus Alfes wollte von vornherein möglichst schnell ein Breitbandnetz für sein Dorf organisieren. In der Deutschen Glasfaser, so dachten die Deutener bei der Nachfragebündelung 2018, habe man eine kompetente Partnerin gefunden. Da sich aber seit zwei Jahren rein gar nichts rührt, sind die 400 anschlusswilligen Bürger des Dorfes schwer enttäuscht. Klaus Alfes: „Der Unmut wächst gewaltig.“

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Dass die Deutsche Glasfaser in Deuten trotz anders lautender Ankündigungen immer noch nicht in die Gänge gekommen ist, kann sie noch nicht einmal schlüssig begründen. Und auch keinen Termin nennen, wann es endlich losgeht.

Verkettung unglücklicher Umstände soll es gegeben haben

Auf Anfrage sagte Unternehmenssprecherin Carina Schnipper, dass es in Deuten „zu einer Verkettung unglücklicher Umstände“ gekommen sei, die den Anschluss der Deutener Haushalte ans Breitband bis heute verhindert hätten. Schnipper: „Deuten ist eines der wenigen Glasfaserprojekte, wo wir massive Probleme haben.“ Zurzeit würden Lösungen mit der Stadt gesucht. Eine aktuelle Planung für Deuten gebe es nicht.

Klaus Alfes wird von allen Seiten angesprochen

Klaus Alfes ist entnervt, zumal er in Deuten als Initiator des Breitbandausbaus für das Dorf bekannt ist und von allen Seiten angesprochen wird. Besorgt sind die Deutener, dass sie sehr bald wieder ins Nachrichten-Mittelalter zurückkatapultiert werden. Denn die Tage des Funknetzes in Deuten sind gezählt. Muenet-Geschäftsführer Patrick Nettels sagte uns, dass die Antennen auf dem Dach des ehemaligen Hotels Grewer auf Wunsch des neuen Eigentümers so schnell wie möglich verschwinden sollen. Die Antennen sind für das Funknetz aber eine Grundlage.

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Verschwinden könnten sie alsbald, wenn die Deutsche Glasfaser die Muenet ins Boot nähme. Kooperationen sind nicht ungewöhnlich und die Muenet könnte wegen freier Kapazitäten sofort liefern. Patrick Nettels: „Wir brauchen nur ein Signal.“

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