DEW 1X812 ist gelandet

Jungstörche im Hervester Bruch wurden gestern beringt

25.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Als Michael Jöbges gestern am späten Nachmittag in den Storchenhorst im Hervester Bruch schaute, klapperten Günter, Hubert und Sofie nicht mit den Schnäbeln. «Sie waren äußerlich ganz ruhig», berichtete der Ornithologe später. «Aber ihr Herzschlag war schon enorm.» Die Eltern der drei Jungstörche, einstmals vom Heimatverein Dorf Hervest auf die Namen Werner und Luise, ließen sich nicht blicken. Nicht, als der ferngesteuerte Hubwagen durch das Naturschutzgebiet rumpelte. Erst recht nicht, als der Vogel-Fachmann 18 Meter in die Höhe gehievt wurde. «Die sind auf Futtersuche oder beobachten uns aus der Ferne», glaubte Jöbges. Die Hervester Jungstörche waren die ersten Vögel in diesem Jahr, denen der Ornithologe «ehrenamtlich» einen schwarzen Plastikring mit Inschrift um den dürren Oberschenkel legte. DEW 1X811 bis 13 - wo immer sie sich in den nächsten Jahren rumtreiben, sind Günter, Hubert und Sofie nun eindeutig zu identifizieren. Für die Wissenschaft ist das von großer Bedeutung. «Wir tauschen weltweit die Daten aus. In fünf Jahren werde ich die Flugrouten auswerten und die Erkenntnisse veröffentlichen», kündigte Michael Jöbges an. Die drei Jungstörche aus Hervest dürfte das nicht interessieren. Sie waren froh, als sie gestern nach einigen Minuten wieder ihre Ruhe im Horst hatten. Und ihre Eltern irgendwann mit dem Abendessen anrückten. In zwei bis drei Wochen werden sie zum ersten Rundflug starten. Einem Hubwagen werden sie dann wohl nicht mehr be- gegnen. dieb

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