Die Dorstenerin Louisa Esser bittet um Hilfe für Kinder in Bolivien

hzFreiwilligendienst

Aus eigener Tasche lud Louisa Esser Mädchen des Kinderdorfs ins Kino ein und kaufte ihnen Weihnachtsgeschenke. Jetzt bittet sie um finanzielle Unterstützung aus Dorsten.

Dorsten

, 01.01.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn kleine Wohnhäuser, in denen 80 Mädchen leben. Die jüngsten Bewohnerinnen sind ein Jahr alt, die ältesten fast erwachsen. Sie alle sind Halb- oder Vollwaisen, kommen aus schweren familiären Verhältnissen, sind teilweise durch Missbrauch stark traumatisiert.

In diesem Kinderdorf in Cochabamba, einer Stadt in Bolivien, leistet die Dorstenerin Louisa Esser zurzeit als Missionarin auf Zeit (MaZ) einen Freiwilligendienst ab. „Die Finanzierung des Kinderdorfes ist aufgrund Kürzungen staatlicher Zuschüsse schwierig“, schreibt sie uns. „Deshalb ist es stark auf Spenden angewiesen“, hofft sie auf Unterstützung aus Dorsten.

Louisa Esser hat im Frühjahr ihr Abitur am St.-Ursula-Gymnasium gemacht und sich dann für ein Auslandsjahr entschieden, das bis August dauern wird. Sie hatte sich bei verschiedenen Organisationen beworben, sich aber recht zügig für das Angebot der „Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel“ entschieden: „Die Schwestern sind ja auch in Dorsten aktiv, unter anderem beim ambulanten Dienst des Krankenhauses und in der Seniorenhilfe.“

Die Wahl fiel schnell auf Südamerika

Es ist nicht der erste Auslandsaufenthalt für die junge Dorstenerin. Die 10. Klasse hat sie in Kimberley in den kanadischen Rocky Mountains verbracht. Direkt als sie zurückkam, war Louisa Esser klar, dass sie nach dem Abitur ein weiteres Jahr im Ausland verbringen wollte. Da die Dorstenerin noch Spanisch lernen, aber nicht in Europa bleiben wollte, fiel die Wahl schnell auf Südamerika.

Für Bolivien hat sie sich deshalb entschieden, weil sie ein Jahr mit Kindern zusammenarbeiten wollte, „die es schwer im Leben haben und deren Leben ich ein kleines Stück verbessern kann“. Bolivien gilt als ärmstes Land Südamerikas.

Kinderreiche Familien leiden Not

Fast 60 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. „Instabile politische Verhältnisse verhindern einen dringenden sozialen Wandel“, betont Louisa Esser. „Insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, Alkohol und andere Drogen sowie schlechte Wohn- und Lebensbedingungen an den Stadträndern und auf dem Land tragen zur Not der oft kinderreichen Familien bei.“

Durch diese soziale Not seien viele Familien zerrüttet. Kinderarbeit sei an der Tagesordnung und obdachlose Menschen prägen das Stadtbild Cochabambas sowie anderer großer Städte. „Vor diesem Hintergrund engagiert sich meine Entsendeorganisation, die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, seit 1931 in dieser Stadt für eine Verbesserung der Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten“, so die Dorstenerin. Der Leitspruch laute: ,,Armut durch Bildung überwinden.“

Harte Arbeit auf dem Feld, der Näherei und Wäscherei

Konkretisiert werde dieser soziale und entwicklungspolitische Ansatz im Kinderdorf ,,Cuatro Esquinas“, das 1994 gegründet wurde. „Die Mädchen müssen hier durch harte Arbeit auf dem Feld, in der Näherei und Wäscherei viel mithelfen und verbringen ihren Tag so nur zwischen Schule und der Arbeit in dem Heim“, schreibt die Dorstenerin.

Die Dorstenerin Louisa Esser bittet um Hilfe für Kinder in Bolivien

Louisa Esser würde den Mädchen gerne noch mehr kleine Wünsche erfüllen. © Privat

Durch Spenden aus Dorsten möchte sie so nicht nur die Finanzierung des Kinderdorfes unterstützen, „sondern vor allem konkrete Ausflüge mit den Mädchen unternehmen, die ihr einfaches Leben hier sehr erhellen würden“.

Große Freude über Kinobesuch und Weihnachtsgeschenke

Vor Weihnachten war Loiusa Esser mit 13 Mädchen im Kino. „Darüber haben sie sich so sehr gefreut, dass sie mir schreiend um den Hals gefallen sind“, sagt sie. Außerdem hat sie Weihnachtsgeschenke für einige Mädchen besorgt, die für diese sehr besonders gewesen seien.

„Gerne würde ich im Laufe des Jahres noch mal mit einigen Kindern ins Kino gehen oder andere Aktionen und Ausflüge machen“, bittet sie um Unterstützung: „Da ich den ersten Ausflug sowie die Geschenke selbst finanziert habe, würde ich mich nun um jede Hilfe sehr freuen“, erklärt die Dorstenerin, die eine begeisterte Fußballerin ist und im letzten Jahr recht erfolgreich im Damen-Team von TUS Gahlen gespielt hat und nach der Rückkehr vermutlich ein Studium im pädagogischen oder sozialwissenschaftlichen Bereich aufnehmen wird.

Über folgendes Spendenkonto kommen die gespendeten Beträge direkt ins Kinderdorf: Darlehenskassen Münster eG IBAN: DE59 4006 0265 0000 1003 00, Verwendungszweck: Cuatro Esquinas-MaZ Louisa. Wichtig ist es, dass der vollständige Absender angegeben wird. Es wird gerne eine Zuwendungsbescheinigung (ZWB) für das Finanzamt ausgestellt durch die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, Friedensplatz 6, 37308 Heiligenstadt.
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