Die ersten beiden Schützenfeste dieses Jahres fallen in Dorsten so gut wie sicher aus

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Auf einer Sondersitzung wollten die Dorstener Schützenvereine über die Lage in Zeiten des Coronavirus‘ beraten. Sie wurden von den Ereignissen überrollt. Die ersten Feste werden ausfallen.

Dorsten

, 20.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte sich die Arbeitsgemeinschaft der Dorstener Schützenvereine am Freitag (20. März) auf der Tenne von Schulte-Tenderich zu einer Sondersitzung treffen. Schwerpunkt: Die Auswirkung des Coronavirus‘ auf das Schützenleben in der Stadt. Doch gerade wegen der grassierenden Pandemie und ihrer Folgen fällt das von den Schützen im Dorf Hervest organisierte Treffen aus.

Konsequenzen gezogen

Und nicht nur das. Denn die ersten Schützenvereine haben bereits die unabwendbaren Entscheidungen getroffen. Nach Angaben von Hendrik Schulze-Oechtering, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, ist inoffiziell inzwischen klar, dass die ersten in diesem Jahr in der Lippestadt ursprünglich angesetzten Schützenfeste wohl nicht stattfinden werden.

In Gesprächen mit den Vorsitzenden der Schützenvereine in Deuten und auf der Hardt hätten beide Schützen-Chefs angekündigt, die Veranstaltungen in Deuten (15. bis 17. Mai) und auf der Hardt (22. bis 24. Mai) abblasen zu wollen.

Keine öffentlichen Veranstaltungen

Hintergrund ist die von der Stadt erlassene Verfügung, derzufolge im gesamten Stadtgebiet alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen untersagt worden sind. Dies gilt auch für Schützenfeste. Eine offizielle Schützenfest-Absage seitens der beiden Vereine mit weiteren Informationen werde noch folgen, so AG-Sprecher Hendrik Schulze-Oechtering.

Dirk Große-Gehling wird noch etwas länger König der Hardter Schützen sein.

Dirk Große-Gehling wird noch etwas länger König der Hardter Schützen sein. © Jonas Käsch (Archiv)

Derzeit wollen laut Schulze-Oechtering beide Vereine bei der Stadt erst noch die Anträge für die Feste stellen, damit die Stadt mit einem behördlichen Verbotsschreiben antworten kann. „Damit die Absage juristisch wasserfest ist“, erklärt der AG-Sprecher dazu. Denn wenn die Schützenfeste „wegen höherer Gewalt“ ausfallen, könnten die Vereine von Vertragspartnern wie Festwirten, Schaustellern, Gast-Gruppen oder Festmusikern nicht regresspflichtig gemacht werden.

Juristischen Rat einholen

Obwohl sich die Vertragspartner fast durchgehend kulant gezeigt hätten, empfiehlt Hendrik Schulze-Oechtering auch anderen Dorstener Schützenvereinen, sich juristischen Rat einzuholen. Denn in weiteren Stadtteilen sollten in diesem Jahr neue Könige gekürt werden. Beispielsweise in Holsterhausen-Dorf (Ende Mai/Anfang Juni) und in Lembeck (Anfang Juni).

„Natürlich beschäftigen wir uns auch mit dem Thema Coronavirus“, so Vorsitzender Burkhard Pauli (Holsterhausen-Dorf). Aber sein Verein ist erst am Pfingstwochenende an der Reihe, fahren die Holsterhausener Schützen doppelgleisig. „Die Vorbereitungen laufen erst mal weiter“, so Pauli.

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„Das gilt laut Vorsitzendem Werner Kleine-Vorholt auch für den Schützenverein Lembeck. „Da alles abhängig von den Vorgaben der Stadt“ ist, müssen die Schützen schon jetzt alle möglichen Eventualitäten bedenken. „Ich denke, Ostern fällt die Entscheidung“, so Pauli und Kleine-Vorholt unisono.

Für Anfang Juni steht auch das Feldmärker Schützenfest im Kalender. Dieter Dreckmann, Vorsitzender Schützen Feldmark 1 und 2, geht nach derzeitigem Stand nicht davon aus, dass das Fest am Bahndamm stattfindend wird. „Das Coronavirus könnte uns noch länger beschäftigen“, glaubt er.

Eine Verlegung auf einen späteren Termin in diesem Jahr hält er für wenig wahrscheinlich. Allein für die Verträge mit den Künstlern und anderen Beteiligten „muss man mit einem Vorlauf von einem Jahr rechnen“, so Dreckmann.

Sechs Vereine feiern erst 2021

Mehr Zeit für eine Entscheidungsfindung haben die Rhader Schützen (Ende Juli) und die in Hervest (Mitte August). Die Schützen in Dorf Hervest, Altstadt, Wulfen, St. Marien, Holsterhausen 53 und Altendorf-Ulfkotte sind erst mal außen vor. Denn sie feiern in diesem Jahr nicht, sondern erst wieder im hoffentlich Coronavirus-freien Jahr 2021.

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