Die Gedanken an die Jugendliebe lassen Günter Grunwald nicht los

hzWo ist Rita?

Warum hat Rita mit ihm Schluss gemacht? Ohne ein einziges Wort verließ ihn seine Jugendliebe vor fast 50 Jahren. Günter Grunwald hat Rita bis heute nicht vergessen - und sucht sie jetzt.

Dorsten

, 16.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie geht ihm seit 50 Jahren nicht aus dem Kopf, und genauso lange grübelt er schon darüber nach, warum aus ihnen nichts geworden ist. Dabei war es damals zwischen Günter Grunwald und seiner Rita Liebe auf den ersten Blick. Doch so Knall auf Fall, wie sich die beiden jungen Leute einst ineinander verliebten, so plötzlich verschwand die angehende Friseurin Rita rund ein Jahr später wieder aus seinem Leben.

„Ich habe seither nicht aufgehört, über die Gründe für ihr wortloses Verschwinden aus meinem Leben nachzudenken“, sagt Günter Grunwald. „Rita war immer in meinem Herzen und ich würde sie so gerne fragen, warum sie uns keine Chance gegeben hat.“

Das junge Paar lernte sich im Freibad auf der „Liebeswiese“ kennen

Der 18-jährige Bäckergeselle und die etwas jüngere Rita hatten sich im Freibad in ihrer beider Heimatstadt Herten kennengelernt, auf der sogenannten „Liebeswiese“. Als wär’s gestern gewesen, erinnert sich Günter Grunwald an die erste Begegnung mit Rita und ihrer Freundin Regine und ist fest davon überzeugt, dass „wir schon im Freibad wussten, dass wir ein Liebespaar werden würden.“

Man verabredete sich für den Abend in der Hertener Diskothek C1, bei Schmusemusik und schummerigem Licht sei es zum ersten Kuss gekommen. Anschließend brachte Grunwald, der als Bäckergeselle um 24 Uhr zum Dienst antreten musste, die beiden jungen Mädchen noch nach Hause - zu Fuß.

Fortan traf das Paar sich regelmäßig, gern in der Hertener Kneipe „Zur Post“, einem bekannten Jugendtreff.

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Grunwald: „Irgendwann stellte Rita, die Einzelkind war, mich auch ihren Eltern vor. Ihr Vater war wohl Abteilungsleiter bei den Coca-Cola-Werken in Herten.“ Und natürlich wollte Rita irgendwann auch mehr über Günters Familie und Herkunft wissen.

Aus dem Kinderheim ging es direkt in die Bäckerlehre

Ein schwieriges Thema für den jungen Mann, bis heute. Er stammte aus einer Familie mit vielen Geschwistern und überforderten Eltern. Als er fünf Jahre alt war, kamen alle Kinder ins Heim. Eine schreckliche Zeit, die offenbar vor allem vom Rohrstock und Lieblosigkeiten dominiert war. „Die Gefangenschaft endete nach neun Jahren“, erzählt Günter Grunwald, „als ich mit 14 in die Bäckerlehre ging und bei der Bäckerfamilie ein Zimmer bekam.“

Nach 13 Jahren als Bäcker wechselte Grunwald später in den Bergbau, wo er auf General Blumenthal/Haard in Herne und Prosper-Haniel in Bottrop 23 Jahre unter Tage malochte. Mehl-, Kohlenstaub und Zigarettenrauch brachten ihm eine chronische Lungenerkrankung ein. Die Atemnot setzte ihm vor einigen Jahren so zu, dass er sich entschied, in ein Seniorenheim zu ziehen.

Die Ehe mit einer anderen Frau wurde nicht glücklich

So wurde der 67-Jährige vor drei Jahren mit seinem Einzug in die Seniorenresidenz Bellini an der Halterner Straße Dorstener Bürger. Dort hat er sich gut erholt, das Sauerstoffgerät ist nicht mehr sein ständiger Begleiter. Dafür lässt ihn der Gedanke an seine Jugendliebe Rita Loll seit einem halben Jahrhundert nicht los. Auch seine zwölfjährige Ehe mit einer anderen Frau konnte die Liebe zu Rita nicht vertreiben. Die für beide Seiten eher unglückliche Ehe wurde geschieden, der Sohn blieb bei ihm.

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Wie sehr die Gedanken ihres Bewohners um seine Jugendliebe kreisen, rührt auch die Mitarbeiter des Seniorenheims Bellini. Auch wenn man dem bescheidenen Bewohner dort vielleicht ein Happy-End wünschen würde, Günter Grunwald ist deutlich zurückhaltender in seiner Erwartung: „Ich würde einfach gern wissen, was aus ihr geworden ist und sie vielleicht einmal wiedersehen, um sie zu fragen, warum sie damals Schluss gemacht hat ohne ein einziges klärendes Wort.“ Seine Suche über Google und Facebook war erfolglos.

Kontakt zu Günter Grunwald ist möglich direkt über Tel. (0176) 57932160, das Seniorenheim, Tel. (02362) 790650, oder die Dorstener Zeitung, Tel. (02362) 927743.

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