"Die Krippe lebt"

Kirchhellen "Das schönste Kompliment ist, wenn die Besucher sagen: 'Die Krippe lebt.'"

22.12.2006, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie stellt man etwas hin, ohne dass es hingestellt wirkt? Genau das ist das Problem von Küsterin Agnes Dierichs und etwa 20 Mitgliedern der St. Johannes-Gemeinde in den letzten vier Wochen gewesen, als sie die Krippenlandschaft in der Pfarrkirche aufbauten.

Gewachsen

"Als ich hier 1981 angefangen habe, bestand die Krippe nur aus der heiligen Familie, zwei Hirten, vier Schafen und den drei Weisen aus dem Morgenland", so Dierichs. In den kommenden sieben Jahren sollte die Kirche auf den jetzigen Umfang wachsen: 60 Quadratmeter Stellfläche, 150 Quadratmeter Leinwand für die Kulissen. Mittlerweile sitzen, stehen und gehen über 50 Menschen- und mehr als 70 Tier-Figuren. Und die Krippe ist eine Attraktion, die von vielen Besuchern aus Nah und Fern bewundert wird.

Von der Fläche her hat das Wachstum aufgehört, doch natürlich ändert sich immer wieder etwas. "Die Herde wächst mit jedem Jahr", so Dierichs, als sie vor der Schafherde und dem Schäfer steht: Der Grund dafür ist natürlich nicht biologischer Art sondern hängt mit einigen Besuchern zusammen, die in jedem Jahr ein paar Figuren mitbringen und in der Krippe aufstellen.

Wassermühle

Am Samstag vor dem ersten Advent beginnen die Krippenbauer traditionell mit ihrem Handwerk: Allein für die Konstruktion des Untergestells und dem Verlegen der Anschlüsse benötigen sie schon zwei Wochen. Schließlich muss etwa für die Wassermühle die Umlaufpumpe tadellos funktionieren.

Aufgeteilt ist die Krippe in zwei Ebenen: Einem westfälischen Teil von heute (mit dem Kirchhellener Kirchturm im Hintergrund) und dem Palästina von damals. Alle Figuren machen sich auf den Weg in die Mitte, wo die Krippe steht. "Alle sind ergriffen von der frohen Botschaft", so Dierichs.

Kein Spielplatz

An den Arbeiten zur Krippe beteiligen sich auch viele Kinder und Jugendliche. Auch wenn Agnes Dierichs ab und zu mal dazwischen gehen muss, wenn´s zu wild wird ("Hier ist kein Spielplatz!"), helfen Moritz Liebert (14), Philip Weisflog (11), Christine Arenskötter (10), Lars Fliegner (11) und der kleine Paul Dierichs (3) gern mit.

Jeder natürlich nach seinen Fähigkeiten: So hat Moritz Liebert etwa die Engel aufgehängt während der dreijährige Paul Dierichs lieber Schafe aufstellt oder die kleinen Mäuschen so in der Krippe versteckt, dass sie wirklich niemand mehr von den Besuchern sehen kann. Oder doch? ber

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