Von Voodoo-Zauber, Giftkuchen und menschlichen Abgründen

hzJahresrückblick Gericht

Das Jahr an den Gerichten war auch 2019 wieder voller Emotionen. Was auf jeden Fall in Erinnerung bleibt - hier eine kleine Auswahl.

Dorsten

, 30.12.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fall, der die meisten Wellen geschlagen hat, war eindeutig der Prozess gegen einen Ex-Tennislehrer aus Dorsten. Der Angeklagte hatte über Chat-Portale gezielt Kontakt zu Frauen gesucht, die kleine Kinder haben. Sein Ziel war es, pornographische Bilder der Jungen und Mädchen zu bekommen. Das Urteil nach wochenlangem Prozess: vier Jahre und neun Monate Haft.

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Drastisch durchgegriffen
haben die Richter in einem Prozess um eine brutale Prügelaktion. Als sich ein Zeuge plötzlich an nichts mehr erinnern wollte, wurde er kurzerhand in Beugehaft genommen. Beeindruckt hat das den Mann aber nicht. Als die Wachtmeister ihn abführten, sagte er nur: „Okay.“ Angeklagt waren zwei Brüder aus Dorsten.

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Einer der ungewöhnlichsten Fälle wurde in Münster verhandelt. In Ramsdorf war ein ehemaliger Koch mit einem Methadon-Kuchen getötet worden. Angeklagt waren unter anderem seine Ex-Freundin und der neue Freund seiner Vermieterin, einer vermögenden Witwe. Die Strafe im Giftkuchen-Prozess: bis zu dreizehneinhalb Jahre Haft.

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Mit der bizarren Welt des Voodoo-Zaubers mussten sich die Richter am Bochumer Landgericht auch 2019 weiter beschäftigen. Am Ende eines fast zweijährigen Prozesses wurden Strafen von bis zu acht Jahren und drei Monaten Haft verhängt. Die Angeklagten hatten junge Frauen aus Nigeria eingeschleust und in Bordelle in Dorsten und Umgebung vermittelt. Sie hatten zuvor einen Voodoo-Schwur ablegen müssen, mit dem sie Gehorsam versprachen.


Umstritten
war bis zuletzt das Verfahren gegen einen ehemaligen Kickbox-Weltmeister. Er beteuerte seine Unschuld, die Richter hatten aber keine Zweifel. Sie verurteilten den Dorstener zu vier Jahren und neun Monaten Haft – wegen Vergewaltigung seiner 15-jährigen Ex-Freundin.

Sein heimliches Doppelleben ist einem verheirateten Mann aus Wulfen beinahe zum Verhängnis geworden. Während er seiner Frau erzählte, dass er zum Pokerspielen zu Freunden geht, hatte er sich mit einer Geliebten getroffen. Die wurde jedoch sauer, als er die Affäre plötzlich beendete und griff ihn mit einem Messer an. Die Strafe für die Frau: zwei Jahre und neun Monate Haft.

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Nach einem tödlichen Fahr-Manöver hat ein 77-jähriger Autofahrer aus Dorsten seine Verurteilung zu einem Jahr Haft auf Bewährung 2019 doch noch akzeptiert. Der Mann hatte auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes an der Händelstraße eine 57-jährige Frau übersehen, die über einen Zebrastreifen ging, und gleich zweimal überfahren. Fast alle Knochen waren gebrochen.


Menschliche Abgründe
haben sich in einem Prozess gegen einen Arzt aus Dorsten aufgetan. Der Mediziner hatte sich mit einem 14-jährigen Jungen zum Sex getroffen. Es war der Sohn eines guten Freundes. Die Strafe: elf Monate Haft auf Bewährung.

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Unfassbar gemein
waren ein Dorstener und dessen Ex-Freundin, die sich als Polizisten ausgegeben und Senioren überredet haben, ihnen Schmuck und Bargeld zu übergeben. Eine 82-Jährige aus Wulfen wurde außerdem mitten in der Nacht aus dem Bett geholt, bedroht und ausgeraubt. Die Strafen: bis zu acht Jahre und zehn Monate Haft.

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Richtig geärgert
haben einen Mann aus Erle eine Skater-Rampe und ein Bolzplatz. Er wollte den Jugendlichen den Spaß verbieten lassen. Diesen Gefallen wollten die ihm Richter aber nicht tun. Begründung: keine unzumutbare Lärmbelästigung.

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