Auf unbefestigten Wegen durch den Wald: Im vergangenen Jahr fand die „Dirty Dorsten"-Tour zum ersten Mal statt. © Privat
Radfahren

Dirty Dorsten: Per Rad auf „dreckigen“ Wegen durch Wald und Flur

Igor Essling wollte zunächst nur eigenen Rad-Freunden Offroad-Strecken in seiner Heimatstadt vorführen. Doch seine „Dirty Dorsten“-Tour sorgt nun für große Resonanz. Es gibt weitere Pläne.

Es geht Igor Essling nicht um den Wettkampf – auch wenn die Teilnehmer auf ihren Gelände-gängigen Rennrädern mindestens mit schnellen 23 Durchschnitts-km/h unterwegs sein werden. Es geht dem 30-Jährigen mehr um den gemeinsamen Spaß am Radfahren – und je staubiger oder Pfützen-übersäter der Untergrund: desto besser.

Denn der Name seiner Tour ist Programm: „Dirty Dorsten“. Auf „dreckigen“ Wegen geht es für 50 angemeldete Radfahrerinnen und Radfahrer am Samstag (7. August) auf einem 90 Kilometer langen Abenteuer über landschaftlich reizvolle Passagen in Dorsten und Umgebung.

Und reizvoll bedeutet für den 30-Jährigen vor allem: auf Schotterwegen am Kanal lang oder auf gut befahrbaren, aber unbefestigten Wegen durch Wald, Feld und Flur – und wenn die Räder anschließend voller Schmutz von all den Strapazen sind: „Dirty Dorsten“ eben.

Igor Essling organisiert in seiner Heimatstadt Dorsten das Rad-Event
Igor Essling organisiert in seiner Heimatstadt Dorsten das Rad-Event „Dirty Dorsten”. Die Strecke führt auch durch den Barloer Busch. © Michael Klein © Michael Klein

Igor Essling ist in Dorsten aufgewachsen, hat 2011 am Petrinum sein Abitur gemacht, wohnt jetzt mit seiner Ehefrau in Essen. Beide sind begeisterte Radfahrer. „Und viele unserer Bekannten auch“, sagt der Polizeibeamte. Schon immer wollte er seinen Rad-Freunden zeigen, welch schöne Strecken seine alte Heimat aufweist.

Immer verkehrsberuhigt

Im letzten Jahr war es erstmals soweit: Mit gut 20 Teilnehmern ging es los, „es hat den Leuten super gefallen“, sagt er. Vom Creativ-Quartier Fürst Leopold aus Richtung Kanal, von da zum Chemiepark Marl und nach Flaesheim, dann durch die hügelige Hohe Mark und die Uefter Mark, über Schermbeck zurück zum Kanal – immer „offroad“, immer auf verkehrsberuhigten Wegen.

Für die Zweitausgabe der „Dirty Dorsten“-Tour hat Igor Essling die Premieren-Tour leicht modifiziert. „Zum Teil wegen Baustellen, zum Teil sind die Wege nicht mehr befahrbar“. Weiter im Programm aber: der wohlverdiente Zwischenstopp und damit die Verpflegungsstation, die Schweigermutter Kirsten Reinke-Günther mit Obst, Wasser und Kuchen betreibt.

Über seinen Instagram-Kanal hatte Igor Essling anschließend viele Fans für seine Tour gefunden. Und dass Teilnehmerin und Gravel-Bike-Bloggerin Julia Wagner auf ihrer Seite namens „Jule radelt“ in höchsten Tönen von dem Ausflug nach Dorsten und Umgebung schwärmte, hat für zusätzliche Werbung in der Rad-Szene gesorgt.

In diesem Jahr sind 50 Teilnehmer am Start. © Privat © Privat

„So kam es, dass sich in diesem Jahr ganz schnell 50 Fahrer für die Nachfolgetour meldeten, sogar aus Köln sind welche dabei“, erzählt der 30-Jährige.

Zehn Frauen am Start

Besonders freut er sich, dass zehn Frauen am Start sind. Alle Alters- und Leistungsgruppen sind vertreten, vom Rennradfahrer bis hin zum Freizeit-Ausdauerradler, von U30 bis Ü60. „Deswegen wird sich der Pulk nach dem Start schnell entzerren“, so der Organisator, „wir achten aber darauf, dass niemand zurückbleibt.“

Er wird mit seinem 5.000 Euro teuren „Canyon Grail“ auf die Runde gehen. Auch die anderen Teilnehmer dürften mit einem sogenannten „Gravel Bike“ kommen. Über Stock und Stein wird es jedenfalls nicht gehen. „Da würden die Gravel-Bikes sonst an ihre Grenzen kommen“, sagt Essling. „Und von Mountain-Bike-Marathons wollen wir uns abgrenzen.“

Willkommene Abkühlung im Kanal – angesichts der Wetterprognosen in diesem Jahr wohl eher nicht zu erwarten. © Marco Woyczikowski © Marco Woyczikowski

Der 30-Jährige, der die Strecke für alle interessierten Radfahrer zum Nachradeln am Tag nach der Tour auf seinem Instagram-Kanal www.instagram.com/dirtydorsten hochladen wird, ist schon früh vom Rad-Bazillus angesteckt worden. „Dieser Sport bietet alle Möglichkeiten“, sagt er. „Man kann ihn alleine oder in Gruppen betreiben, kann mit Packtaschen auf wochenlange Urlaubsreisen gehen.“

Einem Radsport-Verein gehört er nicht an, hat aber schon beim „CycloCrossCup“ des RSC Dorsten rund um das Gemeinschaftshaus teilgenommen. Ist da ja immer ein bisschen „Dirty Wulfen“-Feeling mit dabei.

Weitere Pläne

Igor Essling plant für den Herbst und Winter weitere „Dirty Dorsten“-Episoden. Wer dann mitfahren will, schicke eine Mail an: igoressling@gmail.com .

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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