Dorsten bekommt in zwei Jahren eine „Mini-Gesamtschule“

hzNeue Pläne

Dorstens Schullandschaft wird sich erneut verändern. In zwei Jahren nimmt eine zweite Gesamtschule den Oberstufen-Unterricht auf, allerdings in sehr überschaubarem Ausmaß.

Dorsten, Wulfen

, 02.10.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Gesamtschule Wulfen hat die Stadt Dorsten eine seit Jahrzehnten etablierte und überaus beliebte Gesamtschule. Etwa 170 Schülerinnen und Schüler sind im August dorthin gewechselt und werden im fünften Jahrgang in sechs Klassen unterrichtet. An einem solchen Zuspruch wird sich wohl auch nichts ändern, wenn in zwei Jahren eine zweite Gesamtschule den Unterricht in der Sekundarstufe zwei aufnimmt.

Schulformwechsel ist notwendig

Den Wunsch, alle Kinder bis zum Abitur zu begleiten, hat die Montessori-Reformschule in Wulfen schon länger. Jetzt hat Schulleiterin Susanne Schulte bestätigt, dass es voraussichtlich ab dem Schuljahr 2022/23 die Möglichkeit geben wird, am Montessori-Campus (ehemals Matthäusschule) das Abitur zu machen.

Dazu ist ein Schulformwechsel notwendig, von der Realschule hin zur Gesamtschule. Die Eltern der derzeitigen Schüler sind am Freitag in einem Brief über die Pläne informiert worden, die Elternvertreter waren bereits eingeweiht.

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„Jetzt, da wir über zehn Jahre so erfolgreich Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe 1 zum Realschulabschluss begleitet haben, gehen wir den nächsten Schritt“, erklärt Susanne Schulte. Erste Gespräche mit der Stadt Dorsten und der Bezirksregierung habe es bereits gegeben.

„Qualitativ ist es eine Bereicherung für die Dorstener Schullandschaft“, wird Bürgermeister Tobias Stockhoff in einer Mitteilung der Schule zitiert. Auf Nachfrage ergänzte der Bürgermeister am Freitag: „Auf andere Dorstener Schulen mit gymnasialer Oberstufe wird das keine Auswirkungen haben. Dafür ist die Montessorischule zu klein, außerdem kommen viele ihrer Schüler nicht aus Dorsten.“

Susanne Schulte ist Leiterin der Montessori-Realschule in Wulfen. „Jetzt gehen wir den nächsten Schritt.“

Susanne Schulte ist Leiterin der Montessori-Realschule in Wulfen. „Jetzt gehen wir den nächsten Schritt.“ © privat

Die Montessori-Realschule ist weit über die Stadtgrenze hinaus beliebt. Das Einzugsgebiet ist groß. Auch Schülerinnen und Schüler aus Gladbeck, Gelsenkirchen, Marl, Haltern und Schermbeck nehmen den langen Schulweg in Kauf, um am Montessori-Campus lernen zu dürfen. Die Schülerzahl ist begrenzt, denn die Realschule läuft einzügig.

„Qualitativ ist das eine Bereicherung für die Dorstener Schullandschaft.“
Bürgermeister Tobias Stockhoff

15 bis 25 Schüler in einem Jahrgang

„Das soll sich auch nach der Umwandlung in eine Gesamtschule nicht ändern. Unser Gebäude bietet Kapazitäten, um unser Konzept mit einer Klassenstärke umzusetzen. In der Oberstufe rechnen wir mit Jahrgangsstärken von 15 bis 25 Schülerinnen und Schülern“, erklärt Eva Esser, Geschäftsführerin des Schulträgers.

Die weiteren Planungen sehen einen Anbau vor, der für den OGS-Betrieb, aber auch für die gymnasiale Oberstufe genutzt werden kann. „Zunächst aber benötigen wir die 100-prozentige Zustimmung der Eltern“, betont Eva Esser.

Die Suche nach zusätzlichen Lehrern ist indes schon angelaufen. Wie viele neue Kollegen letztlich benötigt werden und welche Fächer eines Tages in der Montessori-Oberstufe unterrichtet werden - „dafür ist es jetzt noch zu früh“, sagt die Geschäftsführerin des Schulträgers.

Zweite Gesamtschule war nicht geplant

Auch Schülerinnen und Schüler anderer Schulen, die die Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe erreicht haben, sollen ihr Abitur am Montessori-Campus machen können. Vorrang werden allerdings die eigenen Schüler haben.

Wer Interesse an einem Schulplatz - sowohl für Jahrgang 5 als auch für Jahrgangsstufe 11 (zum Schuljahr 2022/23) - hat, kann sich unter Tel. (02369) 2087058 an das Sekretariat wenden. Nähere Informationen zum Anmeldeverfahren sind auch auf der Homepage der Schule (www.montessori-dorsten.org) zu erfahren.
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