Dorsten macht einen ersten Schritt in Richtung Smart City

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Das Digitalisierungsprojekt „Emscher-Lippe-Things.net“ ist in Dorsten angekommen. Es geht um ein Netzwerk aus Sensoren, mit denen Bürger unter anderem Umweltbelastungen selbst messen können.

Dorsten

, 17.01.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Digitalisierungsprojekt „Emscher-Lippe-Things.net“ hat Dorsten erreicht. Auf einem Hochhaus am Westwall ist ein sogenannter LoRaWan-Gateway installiert worden, der in weiten Teilen Dorstens die Nutzung des weltweit verfügbaren Netzwerks „The Things Nework“ ermöglicht. Das nächste Gateway wird demnächst auf der Gesamtschule Wulfen installiert.

? Was ist ein LoRaWAN-Gateway?

Das ist eine Schnittstelle, die ein Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) ermöglicht - ein Netzwerk also, in dem Daten über lange Strecken gesendet werden können. In einem solchen Netzwerk können die Daten von Hunderten Sensoren verarbeitet werden. Für das Projekt Emscher-Lippe-Things.net wird das weltweit frei verfügbare und kostenlose Netzwerk „The Things Network“ genutzt.

? Worum geht‘s bei Emscher-Lippe-Things.net?

In Smart Cities wie Barcelona oder Amsterdam liefern solche Sensornetzwerke zum Beispiel Umweltdaten, die als Argumente zur Daseinsvorsorge dienen können. Ein auch hierzulande bekanntes Beispiel sind Partikelzähler, mit denen Privatpersonen relativ preiswert eigene Feinstaubmessungen vornehmen können.

„Die Idee dahinter ist, dass Leute die Digitalisierung selbst in die Hand nehmen und lernen, mit den Daten umzugehen“, sagt Dr. Hans Hubbertz vom Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen, der das Projekt in der Emscher-Lippe-Region gemeinsam mit der IST planbar GmbH und in Dorsten mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung (Windor) umsetzt.

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? Gibt es noch weitere Beispiele aus der Praxis?

Man kann zum Beispiel Bodenfeuchte messen. „Wir arbeiten mit der Stadt Bottrop zusammen und betreiben ein Baum-Monitoring“, sagt Hubbertz. Zwei besonders alte Bäume in der Stadt sind mit Sensoren bestückt, die bei extremen Wetterlagen anschlagen, sobald beispielsweise gegossen werden muss. Auch Altglascontainer lassen sich mit Sensoren ausrüsten, die anzeigen, wann geleert werden muss. Das ermöglicht eine bedarfsgerechte, effizientere Leerung der Container.

Es können aber auch ganz normale Wetterdaten wie Temperatur, UV-Strahlung und Luftdruck erfasst werden. „Mit der Technologie lassen sich auch Messungen im Agrarbereich vornehmen“, so Hubbertz. „Der Landwirt kann dann zum Beispiel sehen, ob er bei Starkregen eine Überschwemmung auf dem Acker hat, ohne selbst vor Ort zu sein.“

Dorsten macht einen ersten Schritt in Richtung Smart City

Mit diesem Gerät lässt sich die Empfangsqualität des Funknetzes messen. Die Ergebnisse können auf ttnmapper.org eingesehen werden. © Robert Wojtasik

? Wie belastbar sind die Daten?

Die preisgünstigen Sensoren beginnen bei 10 bis 20 Euro und sind nicht kalibriert. Damit lässt sich nur schwer gegen die Daten der Sensoren von Landes- und Bundesbehörden argumentierten, die ein Vielfaches kosten. Wenn die günstigen Sensoren aber in der Masse eingesetzt werden und viel Datenmaterial produzieren, kann laut Hubbertz eine „realistische Annäherung als Korrektureinheit“ erreicht werden.

? Wie kann ich mitmachen?

Prinzipiell kann sich jeder einen Sensor besorgen und die erhobenen Daten in das Netzwerk einspeisen. „Einfach Sensor in den Boden und Handy an funktioniert allerdings noch nicht“, sagt Günter Kesselmann von der Windor. Jetzt gehe es erst mal um den Aufbau des Netzes, danach werden die einzelnen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt.

Die Projektpartner vermitteln in Workshops und Treffen praktische Kenntnisse und zeigen unter anderem auch, wie man Sensoren selbst bauen kann. Infos dazu gibt es auf der Website des Projekts. Interessierte Unternehmen können sich an die Windor wenden, die per Newsletter über in Dorsten verfügbare Anwendungsmöglichkeiten informiert.

? Und wie sicher sind meine Daten?

„Die Daten gehören einem immer selbst“, betont Hans Hubbertz. Sie werden verschlüsselt übertragen und nur der Sender kann darauf zugreifen. Es bestehe die Möglichkeit, die Daten weiterzuverarbeiten, indem man sie visualisiert oder auswertet „für Zwecke, die man jetzt vielleicht noch gar nicht kennt“.

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