Dorstener Chorfestival mit Sacred Concert von Duke Ellington eröffnet

Dorstener Chorsfestival

Ein aus knapp 60 Stimmen bestehender Projektchor hat den Zuschauern zum Auftakt des 7. Dorstener Chorfestivals das Sacred Concert von Jazz-Legende Duke Ellington präsentiert.

von Martin Jaster

Wulfen

, 27.05.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dorstener Chorfestival mit Sacred Concert von Duke Ellington eröffnet

Zum Auftakt des 7. Dorstener Chorfestivals wurde das Sacred Concert von Jazz-Legende Duke Ellington präsentiert. © Martin Jaster

Der Auftakt zum 7. Dorstener Chorfestival ist gemacht. Angestoßen und arrangiert von Wolfgang Endrös, dem Leiter der Musikschule, und Barbara Seppi, Mitarbeiterin der Stadtagentur, wurde am Samstagabend der außergewöhnliche Versuch unternommen, das Sacred Concert von Jazz-Legende Duke Ellington dem zahlreich erschienenen Publikum im Gemeinschaftshaus Wulfen näherzubringen

„The most important thing I’ve done!“ ist als Aussage Duke Ellingtons in der Nachbetrachtung seiner Komposition überliefert. Zur Textgestaltung setzte er sich nicht nur mit Theologen zusammen, um diesem Werk in seiner für ihn typisch jazzigen Form ein biblisch spirituelles Fundament zu geben.

Knapp 60 Stimmen im Projektchor

Für die Uraufführung in Dorsten sammelte sich ein Projektchor, dessen Teilnehmer hauptsächlich dem Kirchenchor St. Barbara, Confido Vocale und Klangfarben Dortmund entstammen. Knapp 60 Stimmen trauten sich an das herausragende Werk von Duke Ellington, der dieses zur Einweihung einer Kathedrale in San Francisco 1965 komponiert hatte.

In der markanten Freedom-Suite kurz vor der Pause unterstrich die sehr konzentrierte Chorgemeinschaft mit den verschiedenen Passagen über den Wert der Freiheit - ein brisantes Thema in den 1960er-Jahren mit dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung in Amerika -, dass das Sacred Concert neben den religiösen Aspekten auch ein politisches Statement beinhaltet, heute genauso aktuell wie früher.

BigBand Dorsten liefert fetzig swingende Grundlage

Die BigBand Dorsten, nach Aussage von Wolfgang Endrös „ein echtes Pfund und Aushängeschild der Stadt“, lieferte in der ganzen Bandbreite von piano bis forte die meist fetzig swingende Grundlage der biblischen, liturgischen und freien Texte von Duke Ellington. Sie machte auch den Anfang mit dem Stück „Take the „A“ Train“ von Billy Strayhorn, die zu der damaligen Zeit bekannteste Erkennungsmelodie für die Duke Ellington Band. Im weiteren Verlauf folgten noch „Mid-Riff“ und „Isfahan“ desselben Komponisten.

Sopranistin Gjertrud Lunde aus Norwegen und Stepptänzer Bernd Paffrath sorgten mit ihren Beiträgen für zusätzliche „Sekundenglücks“- Momente - sei es bei den lobpreisenden Worten Davids über die „Schönheit Gottes“ aus Psalm 150 oder dem steppend dargestellten Tanz Davids vor dem „Herrn mit all seiner Macht“.

Das Publikum dankte nicht nur am Ende mit stehendem Applaus, sondern klatschte und jubelte auch während der verschiedenen Darbietungen der Solisten und Solo-Beiträgen aus BigBand und Chorgemeinschaft. Zudem kam auf dem Weg zum Ausgang aus mehreren Mündern der Besucher der Ruf nach einer Wiederholung dieser Uraufführung in Dorsten.

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