Zwei Drittel der Bewohner der Hervester Bellini-Senioren-Residenz haben bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Sorge bereitet den Dorstener Seniorenheimen etwas anderes. © Manuela Hollstegge
Seniorenheime

Dorstener Seniorenheime kämpfen gegen die vierte Corona-Welle

Während in Deutschland die Corona-Zahlen steigen, stecken die Seniorenheime in Dorsten mitten in den Auffrischungsimpfungen. Sorge bereitet ihnen die Umsetzung einer neuen Besucher-Regelung.

Die vierte Welle rollt durch Deutschland. Die Corona-Zahlen steigen und steigen. Die Politik diskutiert über Auffrischungsimpfungen für alle. Doch wie gut sind die Dorstener Seniorenheime geschützt und wie gehen sie mit geplanten neuen Besuchsregeln um?

Zwei Drittel der Bewohner sind beispielsweise in der Bellini-Seniorenresidenz in Hervest bereits dreifach geimpft. „Das ist ja dieses Mal etwas aufwendiger, da wir über die Hausärzte gehen müssen. Zwei Praxen haben uns da aber super unterstützt und auch Bewohner mitgeimpft, die nicht ihre Patienten waren“, erzählt Angelika Schürmann, Leiterin des Sozialen Dienstes.

Im Hansa-Seniorenzentrum St. Elisabeth sind bereits alle Bewohner ein drittes Mal geimpft, im Alten- und Pflegeheim St. Laurentius in Lembeck wird das Ende der Woche der Fall sein und auch Sandra Drost, Heimleiterin des Seniorenzentrums am Südwall, kann vermelden: „Wir sind fast durch mit der Booster-Impfung – bei Bewohnern und Mitarbeitern!“ Die letzten würden in der dritten November-Woche geimpft, da bei ihnen erst dann sechs Monate nach der Zweitimpfung vergangen seien.

„Man kommt bei den Praxen momentan kaum durch“

Eigentlich hätten auch im Seniorenzentrum am Südwall die Hausärzte der Bewohner das Impfen übernehmen müssen. „Bei uns hat das glücklicherweise Dr. Jan-Gerrit Voigt übernommen, sodass wir das alles an einem Tag machen konnten“, erzählt Drost. Einzig die Erlaubnis dafür bei den einzelnen Hausärzten einzuholen, sei schwierig gewesen. „Man kommt telefonisch bei den Praxen momentan kaum durch.“

Eine weitere Herausforderung könnte demnächst auf die Dorstener Seniorenheime zukommen: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, die Testpflicht in den Heimen auf Geimpfte und Genesene auszuweiten. Heimleiterin Sandra Drost weiß jetzt schon, dass das bei einigen Besuchern nicht gut ankommen wird: „Aber da müssen sie durch, denn es dient dem Schutz der Bewohner, aber auch der Mitarbeiter.“

Organisation der Besucher-Tests wird eine Herausforderung

Letztere stünden voll hinter den Maßnahmen. „Unsere geimpften Mitarbeiter testen sich eh schon regelmäßig“, so Drost. Sie sieht eher Probleme, bei der Organisation der Besucher-Tests: „Wenn wir jetzt wieder alle testen müssen, wird das sehr stressig. Im letzten Jahr kamen wir da wirklich an unsere Grenzen.“

Diese Sorgen teilt auch Manuela Risthaus vom Alten- und Pflegeheim St. Laurentius in Lembeck. „Wenn es so kommt, werden wir extra für das Testen jemanden einstellen müssen“, erklärt sie. Man habe eh schon mit Personalmangel zu kämpfen und könne nicht auf einen Mitarbeiter verzichten, damit der den ganzen Tag Besucher teste.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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