Der wegen Mordes angeklagte Dorstener äußerte sich beim Prozessauftakt am Landgericht Fulda nicht zu den Vorwürfen. © Jessica Vey
Prozessauftakt

Dorstener soll früheren Freund aus Eifersucht erschossen haben

Nach der spektakulären Festnahme eines Dorsteners auf der A31 im Februar wird dem 38-Jährigen nun der Prozess gemacht. Er soll aus Eifersucht einen früheren Freund erschossen haben.

Ein 38-jähriger Dorstener muss sich wegen Mordverdachts vor dem Landgericht Fulda verantworten. Der Syrer soll im Februar in der hessischen Stadt einen 41 Jahre alten Landsmann erschossen haben.

Der Angeklagte soll sein späteres Opfer laut Staatsanwaltschaft am 15. Februar morgens abgepasst und dreimal durch das Fenster der Fahrertür geschossen haben, nachdem sich der fünffache Familienvater in sein Auto gesetzt hatte, um zur Arbeit zu fahren. Zwei Schüsse sollen ihr Ziel verfehlt haben, der dritte habe den Kopf getroffen.

Spektakuläre Festnahme auf der A31

Einen Tag nach der Tat nahmen Spezialkräfte der Polizei den Angeklagten bei einem spektakulären Einsatz auf der A31 im Bereich der Ausfahrt Holsterhausen fest. Ein Polizeiwagen rammte den Kleinwagen des Angeklagten, ein anderer stellte sich davor, damit der Mann nicht weiterfahren konnte. Anschließend umstellten bewaffnete Einsatzkräfte das Auto des Angeklagten.

Laut Staatsanwaltschaft nutzte der Angeklagte die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers bewusst aus, was dem Mordmerkmal Heimtücke entspricht. „Dem Geschädigten blieb keine Möglichkeit, dem Angriff auf sein Leben zu begegnen“, sagte die Staatsanwältin laut Fuldaer Zeitung zum Prozessauftakt. Der Angreifer habe dies „bewusst und in feindseliger Willensrichtung handelnd ausgenutzt“.

Ein weiteres Mordmerkmal (niedrige Beweggründe) sieht die Behörde durch das angenommene Tatmotiv erfüllt: Eifersucht.

Der Angeklagte soll ein Verhältnis zwischen seiner Ehefrau und dem späteren Opfer vermutet haben. Die Affäre habe er als Verletzung seiner Ehre empfunden, heißt es in der Anklage. Aufgrund seines Rollenverständnisses und Herrschaftsanspruchs über seine Familie habe er sich als berechtigt zur Tötung seines früheren Freundes angesehen. Die beiden Männer waren schon befreundet, als sie noch in Syrien lebten. Im Jahr 2015 waren sie gemeinsam nach Deutschland geflüchtet.

Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Der Angeklagte lässt sich von drei Anwälten vertreten und schweigt bislang zu den Vorwürfen. Er hat fünf Kinder, genau wie der Getötete. Zwei Brüder und die Ehefrau des Opfers sind Nebenkläger in diesem Prozess.

Beim Prozessbeginn in Fulda wurde zunächst nur die Anklage verlesen. Das Gericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt, rund 60 Zeugen sollen gehört werden. Ein Urteil wird Mitte Dezember erwartet.

Mit Material von dpa

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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