Lena Reinmuth und Vanessa Greef-Groß (r.) in der Beratungsstelle: Einige Dorstener geben regelmäßig Lebensmittelspenden für die sozial Benachteiligten ab. Das freut die Beraterinnen. © Claudia Engel

Dorstener Wohnungslosenhilfe ist in Not: Es fehlt an allem

Die Wohnungslosenhilfe Dorsten bekommt die volle Wucht der Corona-Pandemie und die Auswirkungen der Lockdowns zu spüren. Sie ruft um Hilfe.

Die Dorstener Wohnungslosenhilfe ist in Not. Leiter Vanessa Greef-Groß bittet die Mitbürger dringend um Spenden: „Wir haben keine Kleiderspenden mehr für unsere Besucher, keine Lebensmittelgutscheine oder Lebensmittelspenden.“

Dabei ist die Beratungsstelle an der Borkener Straße 37, selbstverständlich unter Einhaltung aller Coronaschutz-Bestimmungen, gut besucht. Bis zu 15 unter 25-Jährige treffen hier unter der Woche und im gebotenen Abstand mit schöner Regelmäßigkeit ein. Greef-Groß begrüßt das: „So können wir die Besucher besser im Blick behalten, als wenn sie sich nur sporadisch sehen ließen.“

Die Betreuung in der Tagesstätte beinhaltet neben Beratungsgesprächen aber auch die Übergabe von Kleidern oder Lebensmitteln. „Das Spendenaufkommen ist sehr stark zurückgegangen“, sagt die Leiterin. Die Beratungsstelle habe keine Reserven mehr. Umso mehr würde sich das Betreuerteam freuen, wenn die Dorstener mit den zunehmenden Lockerungen der Corona-Regeln wieder zur alten Spendenfreudigkeit zurückfinden.

Gerne Lebensmittelgutscheine oder Kleiderspenden

Gebraucht werden neben Gutscheinen für Lebensmittel gut erhaltene Kleidungsstücke bzw. Lebensmittelspenden mit haltbaren Nahrungsmitteln wie Konserven oder Nudeln. Wie groß die Not nicht nur bei alltäglicher Unterstützung ist, hat die Beratungsstelle für Menschen in besonderen sozialen Notlagen in ihrem Jahresbericht dokumentiert.

Immer mehr Menschen sind demnach von Wohnungslosigkeit bedroht. Vermieter weigern sich, Menschen in schlimmster Not eine Bleibe zu bieten. Das hat mit Mietschulden zu tun und/oder anderen Problemen, die die Mieter bereiten. „Jüngere Ratsuchende tendieren dann zum Couch-Hopping“, so Vanessa Greef-Groß. Heißt: Sie ziehen vorübergehend bei einem Bekannten ein, um dort zu übernachten. Auf Dauer ist das meist aber keine Lösung.

Enge Zusammenarbeit mit Vermietern und Jobcenter

Die Beraterinnen sind deshalb in enger Zusammenarbeit mit Vermietern und ihren Klienten bemüht, dauerhafte Bleiben für die Wohnungssuchenden zu finden. Dem voraus gehen zahlreichen Gespräche, Verhandlungen und Telefonate mit dem Jobcenter, mit Krankenkassen oder mit Vermietern.

Der erste Schritt besteht aber jetzt darin, Spenden jeglicher Art für die Besucher zu akquirieren. Sie werden dankend angenommen zu den Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr oder freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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