Auf demselben Boden der abgebrannten Werkstatt wird die neue errichtet. Die Bagger stehen bereit und der Spatenstich symbolisiert den Beginn der Bauarbeiten. © Lisa Wissing
Neubau

Drei Jahre nach Brand: Bau der neuen Dorstener Werkstatt beginnt

Drei Jahre nach dem großen Brand beginnen die Arbeiten für den Neubau der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. „Uns steht ein hartes Stück Arbeit bevor“, sagt Christoph Marienbohm.

Bei einem Großbrand vor drei Jahren wurden weite Teile der Dorstener Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zerstört. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich haben nun die Bauarbeiten für den Neubau begonnen. Die neue Werkstatt entsteht an derselben Stelle an der Thüringer Straße. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant.

Werkstatt soll für Modernität und Nachhaltigkeit stehen

„Nach langer Planung und vielen Versicherungsfragen kann es endlich losgehen“, sagte Christoph Marienbohm, technischer Leiter der Recklinghäuser Werkstätten. Die neue Werkstatt wird modern und durchgängig barrierefrei eingerichtet. Mit einer Luft-Wärmepumpenheizung, die aus einer eigenen Fotovoltaikanlage gespeist wird, soll auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit gesetzt werden.

Doch das Gebäude hat eine weitere Besonderheit. „Wir verbauen keinen einzigen Stein“, erklärt Johannes Burrichter, Leiter der Abteilung Bau und Immobilien der Diakonie. Denn der knapp 3000 Quadratmeter große Neubau besteht aus Beton- und Trockenbauwänden, einem Flachdach aus Leimholzbindern und einer verglasten Fassade.

Die Dorstener Werkstatt für Menschen mit Behinderungen musste nach dem verheerenden Brand im Jahr 2018 abgerissen werden. © Guido Bludau © Guido Bludau

Wenn der Bau abgeschlossen ist, sollen rund 300 Menschen dort Platz finden. Geplant sind Arbeitsgruppenräume wie zum Beispiel eine große Textilabteilung. „Hier stellen die Mitarbeiter ausschließlich Sachen für die Industrie her“, betont Diakonie-Sprecher Michael Wiese. Die Werkstatt dient aber nicht nur als Arbeitsplatz.

„Wir möchten, dass Menschen mit Behinderungen hier neben dem Arbeitsplatz auch ein zu Hause finden“, sagte Dorstens stellvertretende Bürgermeisterin Christel Briefs. Denn nach dem verheerenden Brand im Oktober 2018 haben rund 230 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Das Feuer wurde durch einen technischen Defekt ausgelöst und breitete sich über das Dach aus.

Ehemalige Laurentiusschule weiterhin als Werkstatt

Dabei wurde das Gebäude mit den verschiedenen Arbeitsbereichen nahezu komplett zerstört. Darunter der Montage- und der Textilbereich, aber auch der Speisesaal. Mit Hilfe der Stadt Dorsten fand die Diakonie schnell einen Ort für den Übergang: die ehemalige Laurentiusschule in Lembeck.

Der Pachtvertrag dort läuft noch bis Ende 2022. „Ein Teil der Arbeiten soll dann in der Schule weitergeführt werden“, erklärt Michael Wiese. Für die Menschen mit Behinderungen steht dennoch ein weiterer Umzug bevor. „Die letzten Jahre waren natürlich eine Belastung für die Beschäftigten“, so Wiese.

Doch die plötzliche Veränderung habe auch Positives hervorgerufen. Es gab auch Beschäftigte, die in einer Übergangswerkstatt eine neue Heimat fanden. „Für sie war es einfach eine Chance, die sie genutzt haben“, sagte Heike Strototte von den Recklinghäuser Werkstätten.

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