Echse Bonnie aufgetaucht und wieder verschwunden

Mysteriöse Odyssee

DORSTEN Gerne hätten wir an dieser Stelle ein Happy-End der Suche nach der sechsjährigen Bartagamen-Dame Bonnie vermeldet, doch seit Erscheinen unseres Artikels am Donnerstag befindet sich Frauchen Mandy Mikschl konstant zwischen Hoffen und ganz viel Bangen.

von Von Michael Klein

, 10.07.2009, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Echse Bonnie aufgetaucht und wieder verschwunden

Das ist nicht Bonnie, aber auch eine Bartagame.

Die vergangenen Tage gehörten für Mandy Mikschl, deren Echse Bonnie vor knapp zwei Wochen vom Balkon an der Seikenkapelle ausgebüchst war, zu den merkwürdigsten ihres Lebens. Denn Bonnies Verschwinden hat sich inzwischen zu einer mysteriösen Odyssee entwickelt.

Nach unserem Bericht über Bonnies Flucht hatte die Dorstenerin morgens mehrere Meldungen auf ihrem Anruf-Beantworter. "Der erste war direkt von Bonnies Finder." Er teilte mit, dass er die Echse noch am Montag ihres Verschwindens entdeckt habe und zur Aufbewahrung in ein Dorstener Zoogeschäft gebracht hatte. Als Mandy Mikschl, glücklich darüber, dass Bonnie in guten Händen ist, sich am Donnerstag nach ihrem Haustieres erkundigte, fiel sie aus allen Wolken. "Man sagte mir in der Zoohandlung, man hätte Bonnie bereits verkauft." Immerhin hatte die Besitzerin der Tierhandlung noch Adresse und Telefonnummer des Käufers."Dumme Geschichte" für die Zoohandlung Am Donnerstagabend machte sich Mandy Mikschl mit ihrem Lebenspartner und der Zoohandlungs-Besitzerin auf den Weg zum Käufer. Der präsentierte zwar mehrere Bartagamen, doch das Exemplar, dass er gekauft hatte, wies mit Bonnie keine Ähnlichkeit auf, wie Mandy Mikschl feststellen musste. "Das Tier war kleiner und hatte auch andere Streifen." Auch der Finder war sich am Tag darauf bei einem neuerlichen Besuch bei dem Käufer sicher, "dass dies nicht das Tier war, das er entdeckt hatte". Auf Anfrage der Dorstener Zeitung erklärte ein Angestellter der Zoohandlung, „dies sei eine ganz dumme Geschichte für uns“, es seien Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Er selbst habe am Montag vergangener Woche die Bartagame vom Finder entgegengenommen und ein Terrarium für das Tier eingerichtet. Im Laden befand sich an diesem Tag auch ein Bartagamen-Bock, der zum Preis von 29 Euro verkauft werden sollte. Dann hatte der Angestellte zwei Tage frei, vergaß aber, seinem Kollegen eine Nachricht zu hinterlassen. „Der wusste also nicht, dass das ein Fundtier war und hat Bonnie am Tag darauf für 29 Euro verkauft“, erzählt der Angestellte: „Wir haben alles versucht, was in unserer Macht steht, als die Besitzerin am Donnerstag zu uns kam, aber jetzt wissen wir auch nicht weiter.“Polizei ermittelt wegen Hehlerei Mandy Mikschl glaubt nicht, dass an jenem Montag zufällig zwei unterschiedliche Bartagamen ausgebüchst sind. „Wo ist Bonnie also abgeblieben?“, fragt sie sich und hofft, „dass es dem Tier gut geht.“ Sie würde sogar Geld bezahlen, damit sie Bonnie wiederbekommt und hat sich inzwischen auch bei der Polizei erkundigt, wie sie weiter verfahren soll. Die Dorstener Polizeiwache hat inzwischen von sich aus Strafanzeige aufgenommen, wegen Fundunterschlagung und Hehlerei, wie ein Beamter erklärte. Zwischenzeitlich hatte sich übrigens eine Familie aus Wulfen bei Mandy Mikschl gemeldet, die gelesen hatte, dass Bonnies Bergagame-Gefährte Clyde vor zwei Jahren verstorben ist.Bonnie und Horst Die Wulfener besitzen einen vierjährigen Bergagamen-Bock namens Horst, müssen diesen aber aus privaten Gründen abgeben und fragten bei Mandy Mikschl an, ob sie Horst als Ersatz für die entschwundene Bonnie akzeptieren würde. „Ich hätte wohl Interesse“, sagt die Dorstenerin über das Angebot. Aber würde natürlich am liebsten die damalige Geschichte von „Bonnie und Clyde“ weiterschreiben. Aber diesmal unter dem Titel „Bonnie und Horst“.

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