Ein Mittelständler braucht mehr Platz: Lutec-PKS vergrößert sich

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Das Geschäft klingt sperrig, aber brummt: Für seine Mehrwegladungsträger-Konzepte braucht das Unternehmen Lutec-PKS mehr Platz. Der Grundstein dafür wurde jetzt in der Feldmark gelegt.

Feldmark

, 18.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bauherren und der Architekt haben bei der Grundsteinlegung eine Zeitkapsel versenkt, die neben der traditionellen Glücksmünze, den Bauplänen und einer Tageszeitung für die Nachwelt ein wichtiges Accessoire dieser Tage enthielt: ein Mund-Nasen-Schutz. Dabei hat die Lutec-PKS GmbH von Sylvia Haase und ihrem Mann Michael Weska an der Barbarastraße 50a in der Feldmark geschäftlich kaum mit Corona zu tun.

Bei Lutec-PKS geht es um Mehrwegladungsträger-Konzepte (MWLT), und was sperrig klingt, läuft gerade wie geschmiert, sodass jetzt für rund 3,5 Millionen Euro ein dreigeschossiges Bürogebäude und eine weitere Produktionshalle gebaut werden sollen, weil das mittelständische Unternehmen, das 2008 von Gelsenkirchen in die Feldmark aufs ehemalige Stewing-Gelände zog, aus allen Nähten platzt.

Siemens und Bombardier setzen auf die Dorstener Technik

Das familiengeführte Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, für die Schienenfahrzeugindustrie Ladungsträger zu konzipieren, auf denen zum Beispiel genau ausgeklügelt ICE-Sitze vom Herstellungs- zum Einbauort transportiert und dort direkt am Abteil entnommen werden können.

Bekannte Kunden wie Siemens oder Bombardier bedienen sich gern der Dienste der Dorstener Firma, die an zwei Standorten 5400 solcher Ladungsträger lagert, während allein bei Siemens gleichzeitig 13.000 dieser „Paletten“ unterwegs sind. Wöchentlich fahren 100 Lastwagen Leergut hin und her, berichtete Michael Weska bei der Grundsteinlegung.

Mitarbeiter
gesucht

Lutec-PKS sucht ab 2021 neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Produktion (Schweißer, Schlosser) sowie Technische Zeichner und Kaufleute. Außerdem möchten das Unternehmen künftig in allen Bereichen ausbilden.

Die feierten die Firmeninhaber mit ihren 23 Mitarbeitern, für die sie sich durch den Neubau auch bessere Arbeitsbedingungen und eine „Wohlfühl-Atmosphäre“ erhoffen. In einem Jahr, so planen es Weska und seine Frau, soll der Neubau bezogen werden und die Produktionsfläche von Lutec-PKS von 1600 auf 3200 Quadratmeter vergrößert sein.

Die Anfänge der Firma spielten sich in einer Garage ab

Ziemlich rasant, daran erinnerte Michael Weska in seiner Rede, sei die Entwicklung der Firma vorangeschritten, die 1992 vom Schwiegervater in einer Garage gegründet worden sei. Augenzwinkernd erinnerte er an die Gründung des Apple-Konzern, eines der berühmtesten Garagen-Startups, und kündigte an, dass die Investition an der Barbarastraße ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Lutec-PKS 2.0 sei.

Solange Züge gebaut und die Einzelteile durch ganz Europa transportiert werden müssen, werden die Ladungsträger von Lutec-PKS sicher gebraucht. „Mit der Entscheidung, auf Wunsch unserer Kunden die Träger auch zu lagern und zu reparieren, statt sie nur passgenau für jedwede Ladung zu konstruieren“, erklärt Sylvia Haase, „haben wir eine wichtige Weiche für die Zukunft gestellt.“

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