Einbrecherbande soll in Dorsten und Umgebung auf umfangreiche Beutezüge gegangen sein

hzGerichtsprozess

Die Akten und Beweise füllen einen großen Karton: Eine Einbrecherbande soll in und um Dorsten auf Beutezüge in Firmenbüros, Gaststätten, Kitas und Einfamilienhäuser gegangen sein.

Dorsten

, 13.03.2020, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein, da sei er nicht dabeigewesen, diesen Tatvorwurf wies einer aus dem Angeklagten-Trio strikt von sich: „Ich breche doch nicht in den Kindergarten ein, den meine Kleinen besuchen“, erklärte der 30-Jährige.

„Ganovenehre“ oder doch eine Falschaussage? Ein Hauptbelastungszeuge blieb nämlich bei seiner Aussage, wonach der 30-Jährige im November 2017 sehr wohl mit in die Räume der Kita „Am Lipping“ eingestiegen sei und drei Laptops im Wert von rund 2000 Euro entwendet hatte.

Drei Sitzungstage

Nur einer der zahlreichen Vorwürfe gegen die drei Dorstener, die sich seit Mittwoch vor dem Dorstener Schöffengericht verantworten müssen. Gleich drei Sitzungstage sind anberaumt.

Der Staatsanwalt brachte gleich einen ganzen Karton mit Akten und Beweismaterial mit. „Jetzt können wir uns erstmal in Ruhe zurücklehnen und lauschen“, so Strafrichterin Lisa Hinkers, bevor der Staatsanwalt die lange Anklageschrift verlas.

Komplize schon verurteilt

Weit mehr als 25 Straftaten sollen die drei Dorstener demnach auf dem Kerbholz haben, in unterschiedlichen personellen Konstellationen. Ein Komplize des Trios war bereits im August 2019 zu 20 Monaten Haft verurteilt worden. Strafmildernd war damals ins Gewicht gefallen, dass er angekündigt hatte, im weiteren Verfahren gegen seine Komplizen auszusagen.

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Und das tat er am Mittwoch. Auch bei einem der spektakulärsten Vorwürfe sollen laut seiner Aussage zwei der Angeklagten ihre Hände mit im Spiel gehabt haben. In einem leer stehenden und bereits von anderen Einbrechern verwüsteten Haus habe er mit den beiden Kompagnons zwei Waffenschränke mit Munition und genehmigungspflichtigen Gewehren abtransportiert und aufgebrochen.

Das bestritten die beiden Männer auf der Anklagebank - sie hätten lediglich später Drogen gegen die Waffen eingetauscht.

Viel Einbrüche und Vorwürfe

Die Bande soll darüber hinaus in den Jahren 2017/2018 für viele weitere Einbrüche und Diebstähle infrage kommen: in einen Getränkemarkt in Schermbeck, in ein Uhren- und Schmuckgeschäft am Brauturm in Wulfen, dort auch in eine Tierarztpraxis. Eine Kirchengemeinde und eine Tankstelle in Wesel haben sie laut Anklage ebenso heimgesucht wie eine Dorstener Traditionsgaststätte, wo diverse Werkzeuge verschwanden, und eine Dorstener Innenstadtbäckerei, in der anschließend der Tresor fehlte.

Weitere Zeugen werden gehört

Dazu der Diebstahl von Patientenakten und Fahrzeugen von zwei Pflegediensten und Firmenautos eines Unternehmens in Erle und der Aufbruch eines Feuerwehr-Containers an einem Baumarkt.

Zum Teil räumten die Anklagten die Vorwürfe ein, mit anderen wollen sie nichts zu tun haben. Fortsetzung folgt, dann werden weitere Zeugen gehört.

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