Unfassbare Einbruchsserie in Schulen geht auf das Konto von Mutter (38) und Sohn (13)

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Eine Mutter und ihr Sohn sollen zwischen November 2018 und Februar 2019 wiederholt in zwei Dorstener Schulen eingebrochen sein. Der Sohn kann dafür nicht belangt werden.

Dorsten, Hervest, Holsterhausen

, 28.05.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen November 2018 und Februar 2019 legten eine Mutter (38) und ihr Sohn (13) aus Dorsten eine Einbruchsserie hin. 14-mal, so die bisherigen Erkenntnisse, drangen sie in zwei Schulgebäude ein, die Von-Ketteler-Schule an der Bismarckstraße und die Neue Schule an der Pliesterbecker Straße sowie in eine Wohnung. Die Beute: Lautsprecherboxen, Mikrofone, Computer- und Computerzubehör sowie Dokumente. Außerdem richteten die Eindringlinge erhebliche Schäden in den Schulgebäuden an.

Die Mutter wurde im März vorläufig festgenommen, befindet sich aber bis zu ihrer Gerichtsverhandlung auf freiem Fuß und ist teilweise geständig: „Es besteht keine Flucht- und Verdunkelungsgefahr, die eine Untersuchungshaft rechtfertigen würden“, sagte die Polizei auf Anfrage. Der Sohn könne nicht zur Rechenschaft gezogen werden: „Er ist erst 13 und deshalb strafunmündig.“

Serie hält Staatsanwaltschaft und Polizei in Atem

Diese Serie von Straftaten, die verübt wurde, hält zurzeit Polizei und Staatsanwaltschaft in Atem. „Es liegen zahlreiche Einzelvorgänge vor, die aus organisatorischen Gründen aktuell bei mehreren Staatsanwälten anhängig sind, jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst zusammengeführt werden“, sagte uns der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen, Niclas von Hobe, auf Anfrage.

Die Vorgänge seien aufgrund des Alters des Kindes zunächst in der Jugendabteilung der Staatsanwaltschaft geführt worden. „Da der beschuldigte Sohn aber noch keine 14 Jahre alt ist, kann er gemäß Paragraf 19 des Strafgesetzbuches nicht bestraft werden.“ Danach „ist schuldunfähig, wer bei Begehung von Straftaten noch nicht vierzehn Jahre alt ist“.

Ermittlungsverfahren läuft derzeit

Welche Rolle die Mutter bei den Geschehnissen gespielt hat, ob sie ihren Sohn zu Straftaten angestiftet hat, ist unklar. „Wir sind noch im laufenden Verfahren und geben keine weiteren Auskünfte“, sagte Polizeisprecher Michael Franz. Das sei mit der Staatsanwaltschaft Essen so abgestimmt worden.

Ob der Sohn weiterhin in Obhut der Mutter ist, konnte die Staatsanwaltschaft Essen nicht beantworten. Sie verwies auf das Jugendamt in Dorsten. Dem Jugendamt soll vor der Festnahme der Mutter nach unseren Informationen ein Hinweis durch Dritte auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung des Jungen vorgelegen haben.

Familie ist dem Jugendamt seit Längerem bekannt

Auf unsere E-Mail-Anfrage antwortete die Stadtverwaltung am Montag: „Einen Hinweis eines Dritten auf eine konkrete Kindswohlgefährdung (z.B. Anstiftung zu gemeinsamen Straftaten) hat es in diesem Fall nicht gegeben. Die Familie ist dem Jugendamt gleichwohl seit Längerem bekannt. Zu konkreten Maßnahmen in Einzelfällen kann die Stadt keine Ausführungen machen.“

Stadtsprecher Ludger Böhne verwies auf die abstrakte Schilderung der Stadt im Zusammenhang mit einem anderen Jugendamtsfall, wonach „jeder eingehende Hinweis ernstgenommen, bewertet und überprüft wird“. Anonymen Meldungen werde genauso nachgegangen. „Und im Zweifel überprüfen die Mitarbeiter im Sinne des Kinderschutzes lieber einmal zuviel“, sagt die Stadtverwaltung.

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