Der Bereich des Steinernen Tisches in der Feldmark wurde übel beschmiert und beschmutzt. © Grafik Sauerland
Sachbeschädigung

Entsetzen über Nazi-Symbole, Bürgermeister-Beleidigung und Müllchaos

Wut, Unverständnis und Hilflosigkeit in Dorsten: Innerhalb weniger Tage hat es erneut einen Vandalismus-Anschlag gegeben. Diesmal auf einen beliebten Stadtteil-Treffpunkt.

Ein Schriftzug an der großen Tischplatte, in dem Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff „Corona-Lügen“ vorgeworfen werden und er als „Gangster“ tituliert wird. Dazu SS-Runen, die in das Gebälk des Wald-Unterstands gezeichnet worden sind. Und außerdem eine Menge Müll, der sich über die gesamte Lichtung verteilte.

Das ganze Ausmaß der Schäden am „Steinernen Tisch“ im Barloer Busch „hat nicht nur unser Team sprachlos gemacht“, erklärt Dieter Dreckmann, Sprecher der „Bürgerrunde Feldmark“. „Sondern auch vorbeikommende Spaziergänger und Jogger waren entsetzt und zeigten absolutes Unverständnis für ein derartiges asoziales Verhalten.“ Vor allem, weil es nach dem Anschlag auf das Respekt-Kunstwerk der zweite derartige Vorfall innerhalb weniger Tage war.

Am Samstag (10. Juli) hatte das Organisationsteam der Stadtteilkonferenz nach einem Hinweis aus der Bevölkerung von den Schmierereien und dem Vandalismus am „Steinernen Tisch“ erfahren. „Alles hat sich wohl im Zeitraum von Freitagabend bis Samstagmorgen ereignet“, mutmaßt Dreckmann.

„Lagerfeuer entfacht“

Nach seinen Angaben war der Abfalleimer ausgekippt und der sich darin befindende Müll verstreut worden, Reste von Grillutensilien, Grillkohle und Spraydosen seien ins Gebüsch geworfen, Bierflaschen zertrümmert worden. Außerdem entfachten die feiernden Chaoten sogar ein Lagerfeuer auf der Waldlichtung.

Im Sommer 2020 fand die Stadtteilkonferenz Feldmark auf der Waldlichtung am Steinernen Tisch statt.
Im Sommer 2020 fand die Stadtteilkonferenz Feldmark auf der Waldlichtung am Steinernen Tisch statt. © Michael Klein © Michael Klein

Seine derzeitige Gefühlslage wechsele zwischen „Verständnislosigkeit, Hilflosigkeit, aber auch Wut gegenüber solchen Mitmenschen“, sagt er. „Immerhin reden wir zurzeit in Dorsten sehr viel über Respekt.“ Vor allem im Stadtteil Feldmark gibt es einige Projekte, die sich mit diesem Thema des vom Rat beschlossenen „Dorstener Stadtdialogs“ beschäftigen.

Bürgermeister Tobias Stockhoff begegnete den gegen ihn gerichteten Schmierereien mit Galgenhumor. „Das wird wohl keiner aus dem Stockhoff-Fanclub gewesen sein“, sagte er auf Anfrage. Verwerflich findet er, dass die Unbekannten mit der Tat erneut eine Gruppe von Bürgern getroffen haben, die sich ehrenamtlich für ihren Stadtteil eingesetzt haben.

Strafanzeige wird erstattet

„Wir werden Anzeige gegen Unbekannt erstatten“, so Dieter Dreckmann. „Hinweise aus der Bevölkerung werden dringend erbeten und vertraulich behandelt.“ Mit vereinten Kräften haben Mitglieder der Bürgerrunde inzwischen das Chaos einigermaßen beseitigt.

Das Team hatte den „Steinernen Tisch“ im Winter 2019/2020 auch mit Mitteln aus dem „Heimatscheck-Programm“ des Landes neu errichten lassen. Schon sein Vorgänger war seit jeher ein überaus beliebter Treffpunkt für die Feldmärker – obwohl (oder gerade weil) er so abgelegen ist. Unter anderem fand hier im Vorjahr eine Stadtteilkonferenz der Feldmark mit gut 100 Teilnehmern statt.

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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