EPS-Plage in Dorsten: Jetzt ist eine gute Strategie für 2020 gefragt

hzEichenprozessionsspinner

Ein Rekord, der niemanden freut: Über 1000 Nester des Eichenprozessionsspinners sind in diesem Jahr in Dorsten gemeldet worden. 2020 könnte es noch schlimmer kommen. Was also tun?

Dorsten

, 06.09.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

In gut zwei Wochen kommt im Rathaus eine „große Runde“ zusammen, bestätigte Stadtsprecher Ludger Böhne am Donnerstag, um zu beratschlagen, wie die EPS-Plage im nächsten Jahr halbwegs in den Griff zu bekommen sein könnte. „Ganz viele Köpfe“ machen sich laut Böhne seit geraumer Zeit Gedanken, mit welchen Mitteln die kleinen Raupen mit den giftigen Härchen bekämpft werden.

Noch immer gibt es vereinzelte Meldungen

Dass in diesem Monat schon der Durchbruch gelingt, glaubt der Stadtsprecher eher nicht. Es werde vielleicht auf einige Prüfaufträge hinauslaufen, bis spätestens zum Frühjahr muss jedoch klar sein, wie Dorsten gegen die Eichenprozessionsspinner vorgeht.

Noch immer gibt es vereinzelt Meldungen über Nester in Dorsten, aber das Schlimmste ist seit Mitte Juli überstanden. Bis zu 50 Meldungen gingen bis dahin pro Tag ein, drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren zeitweise mit der Bearbeitung beschäftigt und mussten auch einige verbale Entgleisungen aushalten.

Giftkeule wäre die „ökologische Nagelprobe“

Schwingt Dorsten im nächsten Jahr die Giftkeule? Das ist eher unwahrscheinlich, Bürgermeister Tobias Stockhoff sprach im Sommer bereits von einer „ökologischen Nagelprobe“ und wies darauf hin, „dass man ohehin nicht alle Nester vernichten kann“.

Meisenkästen, Leimringe, Biospritzmittel - es gibt auch „saubere“ Möglichkeiten, die giftigen Raupen mehr oder minder erfolgreich zu bekämpfen. Raesfelds Bürgermeister Andreas Grotendorst setzt auf die Zusammenarbeit der Kommunen und betonte in dieser Woche ein: „Wenn einer den Stein des Weisen gefunden hat, wird der schnell weitergegeben.“

Viel wichtiger ist wohl, die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und privaten Anliegern zu verbessern. Auf Privatgrundstücken darf die Stadt nicht eingreifen, umgekehrt gibt es für Privatleute keine Verpflichtung, Nester zu entfernen. Da bedarf es wohl einer besseren Kommunikation auf beiden Seiten, um neben unangenehmen Hautrötungen auch böses Blut zu verhindern.

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