Bei den erneuerbaren Energien hinkt Dorsten hinterher

hzPotenzialstudie

Nur ein Bruchteil des Potenzials für Energie aus Wind und Sonne wird in Dorsten genutzt, wie eine Potenzialstudie zeigt. Auch im Vergleich mit den Nachbarstädten zeigt sich Nachholbedarf.

Dorsten

, 28.12.2019, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dorsten liegt im Bereich der erneuerbaren Energien noch viel Potenzial brach. Dies geht aus einer Datensammlung hervor, die die NRW-Landesregierung auf eine Große Anfrage der Grünen vorgelegt hat und den Ausbauzustand für alle NRW-Kommunen dokumentiert.

Demnach liege die Ausschöpfung des Potenzials bei Windkraftanlagen in Dorsten bei lediglich 4,1 Prozent. 204 Megawatt seien im Stadtgebiet installierbar. Nur 12 Megawatt Leistung waren 2018 aber tatsächlich installiert. Etwas höher fällt der Wert mit 11,2 Prozent bei Photovoltaikanlagen auf Dorstens Dächern aus. Bei Photovoltaikanlagen auf Freiflächen bleiben 99,7 Prozent des Potenzials ungenutzt.

Bei den erneuerbaren Energien hinkt Dorsten hinterher

Das Ausschöpfungspotenzial erneuerbarer Energien in Dorsten. © Grafik

Doch besonders beim Wind hinkt Dorsten auch seinen Nachbarstädten zum Teil deutlich hinterher. Nirgendwo in der Region wird das Windkraft-Potenzial so wenig ausgeschöpft. Gelsenkirchen (5,5 Prozent), Reken (9,8 Prozent), Raesfeld (13 Prozent) und Herten nutzen ihr Potenzial besser - Haltern (30,5 Prozent), Schermbeck (35,8 Prozent) und Heiden (48,2 Prozent) sogar deutlich besser. Spitzenreiter in der Region ist Bottrop. 87,9 des Windkraft-Potenzials werden hier ausgeschöpft - das reicht für Platz 8 im landesweiten Ranking.

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Windenergie in Dorsten

In den Jahren 2014 bis 2018 hat die Stadt Dorsten mit der Änderung des Flächennutzungsplanes zu den bestehenden vier Konzentrationszonen weitere geplant. Diese Planung sei jedoch von der Bezirksregierung nicht genehmigt worden, teilt die Stadt mit. Eine Überarbeitung bzw. eine Neuplanung sei bisher nicht erfolgt und auch zunächst nicht vorgesehen.

Da in der Vergangenheit örtliche Grundstückseigentümer Interesse an der Errichtung von Windkraftanlagen zeigten, wurden aktuell einige Anträge auf Erteilung eines Vorbescheides bei der zuständigen Genehmigungsbehörde vorgelegt. Ob, wann und wie viele der Anträge gegebenenfalls genehmigt werden, sei momentan nicht absehbar.

Photovoltaik in Dorsten

Die Stadt Dorsten ist eine der 15 Pilotkommunen der Initiative „Solarmetropole Ruhr“. „Die daraus hervorgehende ‚Solare Ausbau-Initiative‘ regt Öffentlichkeitsarbeit zum Themenfeld Photovoltaik an, die forciert in Dorsten geleistet wird“, so Ludger Böhne von der Stadt Dorsten. Hierbei seien Fördergelder von 300 Euro für Neuanträge von PV-Anlagen als Anreizmittel eingebracht worden, die einen zusätzlichen Mitnahmeeffekt anregen sollen. Der Regionalverband Ruhr hatte im September 2019 einen Fördertopf von insgesamt 40.000 Euro zur Verfügung gestellt. Auch 2020 wird das Projekt weitergeführt und erneute Informationsveranstaltungen folgen.

Planungs- und Umweltamt der Stadt Dorsten

Kontakt:

Wer Interesse daran hat, eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach zu errichten, kann sich nähere Informationen bei Monika Jäschke vom Planungs- und Umweltamt der Stadt Dorsten einholen. E-Mail: monika.jaeschke@dorsten.de Tel. 02362 66 3523
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