Erste Fahrschule in Dorsten bildet in einem Elektro-Auto aus

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Tom Wischnewski (17) hat seit ein paar Tagen ein ganz neues Fahrgefühl: Denn er ist einer der ersten Fahrschüler in Dorsten, die auch in einem reinen Elektro-Auto ausgebildet werden.

Dorsten

, 02.10.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tom Wischnewski ist von dem Auto angetan. „Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl, der ist so leise, dass man nur das Rollen der Reifen auf dem Asphalt hört“, sagt der 17-Jährige. Und wenn Tom seinen Freunden erzählt, welch großes Drehmoment der Wagen schon beim „nur wenig Gas geben“ ausspielt, hat das dem Fahranfänger aus Dorsten schon so „manchen neidischen Blick“ eingebracht, erzählt er.

Tom Wischnewski, der in ein paar Tagen seine Lehre zum Kfz-Mechatroniker beginnt, macht gerade seinen Führerschein. Er gehört zu den ganz wenigen Fahrneulingen in der Lippestadt, die ihre Fahrstunden in einem Elektro-Auto absolvieren dürfen.

Fast 20 Fahrschüler durften schon

Denn die Fahrschule der Familie Szesny an der Baldurstraße 40 in Holsterhausen ist der erste Führerschein-Ausbildungsbetrieb in Dorsten, der einen solchen reinen Elektro-Wagen angeschafft hat. „Fast 20 Fahrschüler durften bislang damit fahren“, sagt Chefin Bärbel Szesny.

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Neben den vier Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren (und zwei Lkw) steht seit vier Monaten ein Hyundai Kona auf dem Fahrschul-Hof im Gewerbegebiet Baldurstraße. „Bei anderen Fabrikaten hätte die Lieferzeit zu lange gedauert“, sagt Junior-Chef David Szesny. Der Hyundai (Kosten: 40.000 Euro) sei zufällig sofort verfügbar gewesen. „Den haben wir quasi vom Transporter wegkaufen können“, sagt Fahrlehrerin Bärbel Szesny.

„Mit der Zeit gehen“

Für die Szesnys ist die Anschaffung des Elektro-Wagens mehr als nur eine Marketing-Aktion. „Man muss mit der Zeit gehen und dazu gehört auch die neue Technik“, betont David Szesny, der über kurz oder lang die Fahrschul-Leitung von seinem Vater übernehmen wird und schon jetzt in vierter Szesny-Generation als Fahrlehrer auf Dorstens Straßen unterwegs ist.

Fahrschüler Tom Wischnewski (17) fühlt sich in dem Elektro-Auto wohl.

Fahrschüler Tom Wischnewski (17) fühlt sich in dem Elektro-Auto wohl. © Michael Klein

Hinzu kommt, dass Elektro-Autos keine Schaltung haben und somit perfekt ins Profil eines zeitgemäßen Ausbildungsautos passt. Denn Anfang des kommenden Jahres wird in Deutschland wohl eine Neuregelung in Kraft treten. Nach der sollen - anders als jetzt - Fahrschüler künftig auf einem Auto mit Automatikgetriebe lernen und geprüft werden können. Und dann trotzdem ohne neuerliche Prüfung einen Schaltwagen fahren dürfen.

„Schon jetzt wollen etwa 47 Prozent der Fahrschüler auf einem Automatikwagen lernen“, sagt Inhaber Andreas Szesny. Was sicher auch damit zu tun hat, dass Autos mit den modernen Assistenzsystemen schon jetzt ausschließlich mit einem Automatikgetriebe laufen.

Mit Fahrassistenten ausgestattet

Und die Technik nimmt zu. Und natürlich ist auch ein Elektro-Auto wie der Hyundai damit ausgestattet. „Das ist für unsere Fahrschüler schon ungewohnt, wenn das Lenkrad plötzlich rappelt, weil der Wagen selbstständig lenken will, um den nötigen Abstand einzuhalten“, so Bärbel Szesny.

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Auch wenn der Fahrassistent von alleine bremst oder beim Rückwärtsfahren piept, muss ein Fahrlehrer dennoch im Falle des Falles weiterhin eingreifen können.

„Es hat ein paar Wochen gedauert, bis wir die Doppel-Bedienung eingebaut hatten“, sagt David Szesny. Doch jetzt ist der Wagen einsatzbereit. Aufgeladen wird er an der normalen Steckdose. „Abends schließen wir ihn an, morgens ist er wieder im Einsatz“, so David Szesny. „300 Kilometern Reichweite reicht für uns völlig aus.“

Auch privat im Einsatz

Sein Vater Andreas nutzt den Wagen inzwischen sogar gerne auch privat. „Fährt sehr entspannt, sehr gleichmäßig“, sagt er. Auch Fahrschüler Tom Wischnewski, der ansonsten seine Fahrausbildung in einem Wagen mit Gangschaltung absolviert, sitzt gerne in dem Elektro-Hyundai. „Irgendwie fühle ich mich in diesem Auto sicherer“, sagt er.

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