Erster Fall von Schweinegrippe in Dorsten

17-jähriges Mädchen

DORSTEN Der Verdacht erhärtete sich schnell zur Gewissheit: Dorsten hat den ersten bestätigten Fall von Schweinegrippe, der gleichzeitig der erste im gesamten Kreis Recklinghausen ist.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 07.07.2009, 22:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erster Fall von Schweinegrippe in Dorsten

Dr.Hermann Thomas glaubt an eine schnelle Genesung der Patientin.

"Es handelt sich um ein 17 Jahre junges Mädchen aus Dorsten, das sich ein Jahr lang in den USA aufgehalten hat“, erläutert Dr. Hermann Thomas , zuständiger Infektiologe am St. Elisabeth-Krankenhaus. Möglicherweise habe sich seine Patientin auf ihrem Rückflug nach Deutschland am 4. Juli, bei einem Mitfluggast mit der Neuen Influenza, wie die Schweinegrippe genannt wird, angesteckt.

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen Zunächst sei die Jugendliche noch beschwerdefrei gewesen, erst im Tagesverlauf des 5. Juli seien Kopf- und Gliederschmerzen und ein Anstieg der Körpertemperatur auf über 38 Grad Celsius aufgetreten. „Bereits am Flughafen Frankfurt hatte man ihr mitgeteilt, sie solle sich sofort bei einem Arzt melden, falls diese Krankheitssymptome auftauchen würden“, bestätigte Dr. Thomas. So wurde die Dorstenerin bereits am Sonntagabend im St. Elisabeth-Krankenhaus vorstellig. „Wir haben ihr sofort eine Schutzmaske aufgesetzt, uns selber Schutzkleidung angelegt und die Patientin in die Isolierabteilung gelegt, damit die Viren keine Chancen zur Verbreitung bekommen“, berichtet der Mediziner von schnell eingeleiteten Schutzmaßnahmen. Tamiflu-Therapie Nach dem positiven Ergebnis des sofort durchgeführten Influenza-Schnelltests habe man unverzüglich mit der Tamiflu-Therapie begonnen. Der zweite erforderliche Test – die in einem Spezialinstitut durchgeführte PCR-Untersuchung (Polymerasekettenreaktion) – habe das Influenza-Virus A/H1N1 (=Neue Influenza) bestätigt. „Lebensgefahr besteht bei der Patientin nicht, sie hat noch Fieber, aber ihr Kreislauf ist stabil“, verordnete Dr. Thomas zusätzliche Infusionen. Mit sieben Tagen Behandlungsdauer rechnet der Infektiologe schon, um den ersten Schweinegrippen-Fall im Kreis geheilt entlassen zu können. Bis dahin bleibt die 17-Jährige geschützt und isoliert: „Telefonieren darf sie aber“, hat Dr. Thomas ihr erlaubt. 

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