Gottesdienst im Grünen: Bunte Bilder und ein Koffer voller Gedanken

hzPfarrei St. Agatha

Wolkig der Himmel, stürmisch manchmal der Wind - doch der erste „Gottesdienst im Grünen“ der Pfarrei St. Agatha blieb trocken. Und war nicht so grau wie das Wetter.

von Barbara Seppi

Dorsten

, 05.07.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir wollten Neues ausprobieren, andere, schöne Orte unserer Gemeinde erkunden“, sagte Pfarreiratsvorsitzende Claudia Esser. Ein Team von sechs Personen und Pfarrer Stephan Rüdiger haben vier Messfeiern außerhalb der Kirchengebäude vorbereitet. Viele Menschen scheuen in Corona-Zeiten den Besuch eines Gotteshauses.

„Klassischer Auftakt“ auf dem Hof Rump

Auftakt nun am Sonntag auf Hof Rump am Erlenkamp, im Schatten einer Lagerhalle der Altar aufgebaut, auf dem freien Hof in mitten der Gewächshäuser Stühle in Zweier- und Dreiergruppen, Kirchenmusiker Dr. Hans-Jakob Gerlings, die Flötistin Julia Poliak und sechs junge Sängerinnen der Chorgemeinschaft St. Agatha unter einem Pavillon.

Zum Einzug eine wunderbare Flötensonate von Georg Friedrich Händel, die Musik war das einzig klassische an diesem Morgen. Die Gestaltung des Gottesdienstes war modern, viel Interaktion mit der Gemeinde. Schon bei der Corona-Registrierung zu Beginn bekam jeder Besucher ein leeres Papierkärtchen, später die Aufforderung zu schreiben, was man spontan mit in den Urlaub nehmen würde. Die Brille, die Zahnbürste oder doch die Familie?

Comic über zwei Mönche

Für Pfarrer Rüdiger Anlass zum Thema Aufbruch oder Ausbruch, Aushalten oder Weglaufen zu reden. „Schauen Sie unter die Stühle!“ hieß es dann. Nach anfänglichen Wirren fanden die Meisten dann den am Sitzboden aufgeklebten Comic zur Geschichte der zwei Mönche, die auszogen, um Gott zu finden, und wieder in ihrer Klosterzelle landeten.

Claudia Esser hatte diese illustriert, mit ihren Zeichnungen ist sie in der Gemeinde und auch in der Stadt omnipräsen. Sie hat ein Corona-Erklär-Buch für Kinder und die „Abstands-Plakate“ für die Stadtverwaltung gemalt.

Pastor Rüdiger nutzte, wie die Gemeinde, beim Singen eine Maske. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kantor Dr. Hans-Jakob Gerlings und einigen jungen Frauen aus der Chorgemeinschaft St. Agatha.

Pastor Rüdiger nutzte, wie die Gemeinde, beim Singen eine Maske. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kantor Dr. Hans-Jakob Gerlings und einigen jungen Frauen aus der Chorgemeinschaft St. Agatha. © Foto: Barbara Seppi

Singen durften die Besucher bei der Veranstaltung unter freiem Himmel auch, allerdings nur mit Mund-Nase-Maske, ein voller Gemeindegesang kam leider nicht zustande. St. Agatha streamt alle Gottesdienste über die Facebook-Seite live ins Internet, das technische Personal muss viel durch die Reihen laufen, der ein oder andere Besucher fühlt sich gestört.

Open-Air hat seine Tücken

„Der Heilige Geist will es aber jetzt wissen“, kommentierte Rüdiger schlagfertig mit einem Schmunzeln das Umfallen zweier Oleander-Bäume in großen Töpfen, Open-Air hat so seine Tücken. Das Team war am Ende der Messe zufrieden mit der Veranstaltung, der Zulauf von rund 150 Gästen bestätigte: Es waren mehr, als aktuell in die Kirche St. Agatha Einlass bekämen.

In der nächsten Woche geht es weiter, dann auf einer Wiese. Am Samstag 11. Juli lädt die Pfarrei St. Agatha auf die Wiese Nachbarschulte, Hardtstraße 114. Picknick-Decken dürfen mitgebracht werden, die musikalische Gestaltung wird von Gemeindemitgliedern übernommen. „Wir möchten alle einbinden“, sagt Esser.

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