Ex-Atlantis-Chef Wolfgang Stichler droht der Ruin

Berufungsverfahren am OLG Stuttgart

29.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Dorsten/Neu-Ulm Galgenfrist für Paul Stadel: Wohl erst im Oktober dürfte das Verfahren gegen den früheren Atlantis-Betreiber am Dorstener Amtsgericht eröffnet werden. Seinem damaligen Partner Wolfgang Stichler, der gemeinsam mit Stadel das Dorstener Erlebnisbad eröffnete, geht es dagegen jetzt schon an den Kragen. «Finale Schlappe für den Bäderkönig» überschrieb jetzt die Neu-Ulmer Zeitung ihren Bericht über einen Prozess am Oberlandesgericht Stuttgart. Dabei geht es um den Anspruch der Städte Ulm und Neu-Ulm, die zur Deckung ihrer finanziellen Forderungen drei bisher von Stichler betriebene Freizeiteinrichtungen (Atlantis-Erlebnisbad, Donaufreibad, Eislaufanlage) übernehmen wollen. In erster Instanz beim Landgericht Ulm hatten die Kommunen bereits Recht bekommen. Zwar wird im Stuttgarter Berufungsverfahren das Urteil erst am 14. Juni erwartet. Aber nach Äußerungen des Richters am bislang letzten Verhandlungstag hegen jetzt die Prozessbeobachter keinen Zweifel mehr daran, dass Stichler erneut eine böse Schlappe erleben könnte. Der Prozessausgang werde, so vermutet Redakteur Roland Stöbele in der Neu-Ulmer Zeitung, den in den Anfangsjahren seiner Karriere erfolgsverwöhnten Atlantis-Chef nach den Worten seines Anwalts wohl in den Ruin treiben: «Wie er sagt, hat er sein ganzes Privatvermögen in das Bad gesteckt, das er höchstwahrscheinlich schon sehr bald verlieren wird.» In Dorsten müssen sich Stichler und Stadel wegen des Vorwurfs der Insolvenz-Verschleppung und der Veruntreuung von Sozialabgaben vor dem Amtsgericht verantworten. Aber selbst falls die Angeklagten verurteilt werden, scheint mehr als fraglich, ob die Stadt am Ende eines möglicherweise langen Rechtsstreits tatsächlich auf finanzielle Entschädigung hoffen darf - findet das Stuttgarter Verfahren sein erwartetes Ende, dürften die Aussichten darauf nochmals deutlich sinken . . . kdk

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