Fachfrau für schwierige Jugendliche

GAHLEN / HARDT Die aus Gahlen stammende Fachbereichsleiterin für Jugendhilfe der Kaiserswerther Diakonie Hilde Benninghoff-Giese ist zurzeit gefragte Ansprechpartnerin für ein geplantes Erziehungsprojekt der Diakonie in Bedburg-Hau.

von Von Michael Klein

, 08.01.2008, 14:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Armin Laschet hatte zunächst erklärt, dass noch in diesem Frühjahr in Neukirchen-Vluyn ein Heim mit Unterbringung für junge Intensivtäter eröffnet werde, quasi das erste so genannte "Erziehungscamp" in NRW. Doch er hatte nicht nur den Ort verwechselt, sondern auch die pädagogische Ausrichtung der Einrichtung. "Der Begriff Camp für unser Projekt war sehr unglücklich gewählt", bedauert Hilde Benninghoff-Giese.

 Nicht mit Camps vergleichbar

Die geplante Wohngruppe "Ausblicke" der Kaiserswerther Jugendhilfe sei nämlich überhaupt nicht mit den Camps nach US-Vorbild zu vergleichen, in denen Jugendliche gedrillt werden. "Bei uns gibt es zwar ganz klare Regeln mit klaren Konsequenzen, aber wir pflegen eine intensive pädagogische Begleitung mit schulischer und beruflicher Ausbildung und ganztägiger Beschäftigung innerhalb des Hauses."

Bis zu acht Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren, die durch häufiges straffälliges Verhalten auffällig geworden sind, sollen auf dem Bauernhof zusammengebracht werden. "Zäune oder Mauern gibt es hier nicht, es wird eine verbindliche Unterbringung geben." Probleme mit der Nachbarschaft gebe es nicht: "Wir haben im Herbst die Pläne auf einer Bürgerversammlung vorgestellt, es gab keine Proteste." Im Gegensatz zum ursprünglich angedachten Standort Hamminkeln, wo, so Hilde Benninghoff-Giese, wegen "gezielter Indiskretionen und Falschinformationen" das Projekt torpediert worden sei.

 Wohl der Jugendlichen im Sinn

Die ehemalige Gahlenerin, deren Pädagogik-Karriere während des Studiums 1982 bis 1987 in der Jugendarbeit der Evangelischen Kirche Gahlen/Hardt begann, kam über die Station Evangelische Landeskirche zur Kaiserswerther Diakonie. Das Wohl der Jugendlichen hat sie im Sinn, wenn sie die Diskussion der vergangenen Tage bewertet. Vieles sei da in die falsche Richtung gegangen, "aber so hatten wir wenigstens mal die Möglichkeit vorzustellen, was wir eigentlich machen." Hilde Benninghoff-Giese: "Ich hoffe, dass sich die ganze Diskussion wieder versachlicht, allein der Kinder willen."

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