Felgendiebe, die auch in Dorsten aktiv waren, wurden jetzt verurteilt

hzLandgericht Essen

Sie waren der Albtraum aller Autofahrer. Immer wieder wurden in Dorsten und Umgebung Autofelgen und Kompletträder gestohlen. Jetzt sind zwei der Diebe verurteilt worden.

Dorsten

, 20.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hatten offenbar auf schnelles Geld gehofft. Besonders schlau sind sie dabei allerdings nicht vorgegangen. Am Essener Landgericht sind am Dienstag zwei Männer verurteilt worden, die sich auf den Diebstahl von Alufelgen und Kompletträdern spezialisiert hatten. Am Ende hatten sie jedoch Glück.

Die Essener Richter haben den Haupttäter zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde eine Geldbuße von 600 Euro verhängt. Die kann der Gelsenkirchener wohl auch bezahlen. Er hat offenbar beschlossen, sein Geld in Zukunft auf ehrliche Art und Weise zu verdienen, und inzwischen einen Job im Baugewerbe angenommen. Und das scheint ihm auch ernst zu sein. Zur Urteilsverkündung am Dienstag kam er in Arbeitshose, wollte nach Prozessende sofort wieder zurück an seinen Arbeitsplatz.

Diebesgut im Keller deponiert

In seinem Keller hatte die Polizei damals gleich einen ganzen „Haufen“ Diebesgut gefunden. Leugnen hätte vor Gericht deshalb wohl keinen Sinn gemacht. Und genau so sah es der 24-Jährige auch. Er hatte im Prozess vor der 24. Strafkammer nicht nur ein Geständnis abgelegt, sondern sich auch bei jedem der Opfer persönlich entschuldigt.

Einer seiner mitangeklagten Komplizen hatte ebenfalls Glück gehabt. Auch er ist mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Gegen ihn haben die Richter ein Jahr Jugendhaft verhängt. Damit der 20-Jährige allerdings merkt, wie ernst die Lage ist, wurde außerdem ein zweiwöchiger Warnschuss-Arrest angeordnet – plus 200 Sozialstunden. Zusätzlich muss er dem Gericht nachweisen, dass er sich ernsthaft um Arbeit bemüht.

Der Jüngere der beiden Angeklagten hatte sich dem Hauptangeklagten erst später angeschlossen. Neben Autofelgen hatte er es auch auf teure Fahrräder abgesehen.

Tatorte auch in Wulfen und Altendorf-Ulfkotte

Die Beute wurde in der Regel aus Garagen gestohlen. Anschließend wurde versucht, das Diebesgut über das Internet zu verkaufen. Teilweise hatten die eigentlichen Besitzer ihre Räder dort sogar selbst entdeckt. Der Name des Verkäufers lautete zwar „Eintracht Frankfurt“ - also genau so wie der Fußball-Bundesligist -, führte die Fahnder aber schließlich zu dem 24-jährigen Hauptangeklagten.

Einige der Tatorte lagen in Wulfen und in Altendorf-Ulfkotte, andere in Marl und Gladbeck. Die Strafverfahren gegen drei weitere Männer, die ebenfalls mit angeklagt worden waren, sind eingestellt worden. Sie hätten laut Gericht ohnehin maximal als Helfer eingestuft werden könne. Die Beweislage soll allerdings ziemlich dünn gewesen sein.

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