Flüchtlinge sorgen für Bevölkerungszuwachs

Erstmals wieder mehr Bewohner

Erstmals seit Jahren hat Dorsten wieder eine zunehmende Bevölkerungszahl zu verzeichnen: 76.459 Menschen wohnten zum Jahreswechsel in der Lippestadt, ein Jahr zuvor waren es noch 76.326 gewesen – macht also einen Zuwachs von 123 Personen aus.

Dorsten

, 08.01.2016, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erstmals gibt es wieder mehr Einwohner in Dorsten.

Erstmals gibt es wieder mehr Einwohner in Dorsten.

Übrigens flossen nur die zugewiesenen Flüchtlinge in die Statistik ein, nicht die in den drei Dorstener Landes-Notunterkünften.

Die Stadt greift bei der aktuellen Statistik als Quelle erstmals auf die Verwaltungssoftware „OK.EWO“ zurück, die laut städtischer Pressestelle „näher bei den tatsächlichen Werten“ sei als der bislang benutzte „GKD Radar“. Letzterer weist übrigens für Ende 2015 eine Bevölkerungszahl von 76.253 aus – was gegenüber der 2014er-GKD-Zahl von 76.070 auch einen Zuwachs für Dorsten bedeuten würde.

Neue Software

Laut „OK.EWO“ stehen in 2015 den 569 Geburten 903 Sterbefälle gegenüber, allerdings wird dieser Verlust durch die deutlich gestiegenen Zuzüge wettgemacht: 3516 Menschen kamen im Vorjahr neu in die Lippestadt, lediglich 3059 zogen fort – ein Plus von 457 Personen. Diese Zunahme ist vor allem den Flüchtlingen zu verdanken, denn deren Zahl ist größer geworden: von 3597 in 2012, 3715 in 2013 und 4002 in 2014 (alles noch GKD-Zahlen) auf nun 4645.

Die Ausländerquote beträgt damit 6,08 Prozent. Betrachtet man den Ausländeranteil in den einzelnen Stadtteilen, gibt es ein erhebliches Ungleichgewicht. Während beispielsweise in der Altstadt 527 Ausländer leben (12,45 Prozent der dortigen Gesamtbevölkerung) oder in Hervest 1222 (9,41 Prozent), sind es etwa in Rhade (129 gleich 2,32 Prozent) oder Östrich (39 gleich 1,92 Prozent) deutlich weniger. Ganz zu schweigen von Deuten. Dort leben 17 Ausländer unter 1692 Bewohnern (1,01 Prozent).

Holsterhausen ganz vorne

Bevölkerungsreichster Stadtteil blieb Holsterhausen mit 13.666 Einwohnern, das kann sich inzwischen aber bereits geändert haben: Denn Wulfen hat mit einem Plus von rund 90 deutlich mehr Menschen gewinnen können als Holsterhausen und lag am 31.12. mit 13.664 nur ganz knapp hinter dem Spitzenreiter. Auch Hervest hat einen satten Sprung gemacht – von 12.841 auf 12.982. Deutliche Bevölkerungsverluste hat als einziger Stadtteil die Hardt zu verzeichnen, wo nur noch 7575 Menschen wohnen (im Jahr zuvor noch 7677). Leichte Rückgänge gab es zudem in Deuten (1680 auf 1675) sowie in Altendorf-Ulfkotte, wo es eine Zäsur gibt. Denn mit 1997 Einwohnern hat der im Südosten gelegene Ortsteil die 2000er-Grenze unterschritten.

 

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